Zurück zur Taverne

Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Merrik der Bewahrer » 8. April 2020, 13:13

Ich würde mich auch gerne in diesem Thread beteiligen.
Meine erste Geschichte findet ihr vier vier Beitäge weiter unten.
Zu dieser Geschichte hat mich der Archor-Text von WW inspirert.
(wegen der Nennung des Mhourlgebirges)
Ich schreibe gerade auch an einer weiteren, diesmal richtigen Geschichte (diese Geschichte wird dann Stinners Vorgeschichte behandeln)
@WW Ich hoffe es ist OK, das ich Zywall verwendet habe

LG
Merrik der Bewahrer

PS: ich hoffe euch gefällt meine Geschichte (bzw. es soll ja eigentlich ein Bericht aus der Bibliothek von Werftheim sein)
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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Wachsamer Waldläufer » 9. April 2020, 21:27

@Merrik: Ach was. Mir ist überaus recht wenn Zywalll weiter verwendet wird! Ja, logisch hatte das Mhourlgebirge Mhourls als Hintergrund. Die Geschichte werd ich morgen lesen, heute keine Lust mehr. Warum hab ich das erst so spät gesehen? (Der Waldläufer wird über Nacht blind)

Immerhin bin ich ANDAUERND im Forum. Jede Stunde schau ich rein (ungefähr) und trotzdem übersehe ich Posts.

LG, WW
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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Butterbrotbär » 10. April 2020, 00:16

Hallo Merrik der Bewahrer,

Das ist eine wundervoll ausführliche Abhandlung zu den Mhourl und dem Mhourlgebirge, die du uns von diesem sehr sprachbegabten Arindan überbringst! :P Wenn du noch mehr Niederschriften dieses Physikus auftreiben könntest, so würden wir sie bestimmt auch gerne lesen.

Wenn ich mir so anschaue, wie wenige Dropbox-Links aus den Anfangszeiten des Forums heutzutage noch funktionieren, befürchte ich, dass auch dieser Mhourl-Text an seinem aktuellen Ort noch nicht für die Ewigkeit bewahrt ist. Würde es dich stören, ihn zusätzlich noch als Beitrag hier zu veröffentlichen?

LG BBB
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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Wachsamer Waldläufer » 10. April 2020, 09:50

Respekt!

Die Geschichte (der Bericht) ist gut überlegt. Vielleicht kann uns Merrik mit weiteren Geschichten begeistern, er ist auf jeden Fall ein Gewinn für den Strang!

Arbaks auf Zywall... Und Blutkrähen... Und ewige Feuer... Und Einhörner...
Klingt spooky. Tolle Insel ;)

ZYWALLS GEOGRAPHIE
Zywall ist wohl eine der größten bekannten Nebelinseln. Da Zywall niemals vermessen wurde und auch keine echte Karte existiert, ist man sich über die volle Größe der Insel nicht sicher. Insgesamt dürfte der bewaldete Teil eine ähnlich große Fläche wie Andor haben. Vor allem der Nordosten ist wenig erforscht, wo dort doch das Mhourlgebirge liegt. Manche behaupten, dass sich Zywall so weit nach Nordosten erstreckt, dass es als eigener Kontinent gezählt werden könnte. Auf Zywall gibt es drei groše Städte: Arkadun, die große Hafenstadt im Nordwesten, von der aus eine prächtige Handelsverbindung zu den Hadriern besteht, Dymedun, die Zentrale, mehr oder minder Hauptstadt Zywalls, und Erkedun, die Südöstliche Stadt mit den gigantischen wissenschaftlichen Gärten. Angeblich gibt es in jenen Gärten auch eine Gruppe Gors zu bestaunen, aber das wird meistens als Gerücht abgetan.

GESCHICHTE ZYWALLS
Zywall war nie in den Bund der Nebelinseln eingeschlossen, ähnlich wie Hadria. Durch die große Entfernung hat kein Seekönig je versucht, Zywall zu erobern. Die Menschen im Land Zywall leben unter der Herrschaft des Zywall'schen Rates, und somit ist Zywall wohl das einzig bekannte demokratisch geführte Land. Der Rat wird von den Menschen gewählt, von jenen, die in den Städten wohnen und des Lesens und Schreibens mächtig sind.
Die Menschen sind vermutlich von Hadria aus nach Zywall gekommen, da diese Strecke nahezu ohne die Probleme einer von Süden aus kommenden Flotte befahren werden kann. Es ist nicht bekannt, weshalb Zywall im Vergleich zu anderen Ländern einen Vorsprung hat, denn sowohl industriell als auch wirtschaftlich sind die Zywaller anderen Völkern vorraus.

Auszug aus den Archiven Yras.

LG, WW
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Über die seltene Kreaturenart der Mhourl

Beitragvon Merrik der Bewahrer » 10. April 2020, 11:43

Die Mhourl sind eine überaus seltene Unterart der Landkreaturen. Man findet nur spärliche Berichte über sie, da sie ausschließlich im Mhourlgebirge auf der Nebelinsel Zywall, die nordöstlich von Silberland liegt, leben. Diese Insel ist aber vom Handelsverkehr im Hadrischen Meer so gut wie abgeschnitten, da die starke Strömung und die große Anzahl von angriffslustigen Meereskreaturen in dem Teil des Meeres, der sich zwischen Silberland und Zywall befindet, die meisten Kapitäne vor einer Fahrt nach Zywall abschreckt. Jedoch gibt es einige mutige Seefahrer, die ein- bis zweimal im Jahr die Insel besuchen und mit den einheimischen Menschen, den Zywalli, Waren austauschen. So gelangten auch die Informationen über die Mhourl in die Große Bibliothek von Werftheim und zu mir, dem Physikus von Werftheim. Nun sollte ich aber mit dem Wesentlichen beginnen:
Die Mhourl leben im nach ihnen benannten Mhourlgebirge im Südwesten Zywalls. Dieses Gebirge ist der einzige Teil Zywalls, der nicht vollkommen mit Wald bedeckt ist. Das Gebirge ist teilweise so hoch, dass die Gipfel, an deren Steilhängen oft Fluggors ihre Nester bauen, selbst im Hochsommer mit Schnee bedeckt sind. Die Mhourl leben jedoch unterhalb der Schneegrenze, vor allem in einem flacheren Ausläufer des Gebirges, den sogenannten Schwefelbergen. Dieses ausgelagerte Bergmassiv bekam seinen Namen wegen der dort existierenden hohen Konzentration von Schwefelgas. Diese führt zu nur hier existierenden Naturereignissen, wie dem natürlichen Vorkommen und der Selbstentzündung von Ewigen Feuern. Vermutlich sorgen Entladungen und Reibung in der Luft zur Entzündung des sich in der Luft befindlichen Schwefelgases. Dies würde auch die Theorie bestätigen, dass Schwefel, der von den Hadriern Sulfur genannt wird, einer der wohlgehüteten Zutaten des Ewigen Feuers ist. Außerdem legt es die Vermutung nahe, dass die Hadrischen Zauberer einst Zywall besuchten und dort die Ewigen Feuer studierten. Auch können Menschen durch die enorm hohe Menge an Schwefel in der Luft dort nicht länger als eine Woche überleben. Es ist sogar so, dass, bis auf einige Ausnahmen wie die Blutkrähen, dort nur Echsen und echsenartige Wesen dauerhaft leben können. Durch diese besonderen Umweltbedingungen entstand dort eine einzigartige, sehr feindselige Flora und Fauna. Sie führten außerdem dazu, dass die Einheimischen das einzige Gebiet auf ihrer Heimatinsel, dass nicht von Wald bedeckt ist, im Regelfall meiden. Aus diesem Grund kennen sie eigentlich nur die grünen Wälder Zywalls und finden sich zum Beispiel in großen Siedlungen wie Werftheim oder in anderen Landschaften wie Gebirgen oder Steppen nur sehr schwer zurecht. Aber nun zurück zu den Mhourl. Sie sind große, echsenartige Kreaturen, die vier Beine und einen langen Schwanz besitzen. Die Mhourl werden ungeheuer groß: Sie können mehr als doppelt so hoch wie ein ausgewachsener Tarus und etwa so lang wie ein durchschnittliches Werftheimer Kaufmannshaus werden. Ihr gesamter Körper ist von grünen Schuppen bedeckt, deren Farbe an abgestorbenes Moos erinnert. Die Herkunft ihres Namens ist nicht ganz klar, es kommen jedoch zwei sehr gut passende Wörter aus der Alten Sprache der Zywalli, die nur noch von wenigen Inselbewohnern beherrscht wird, in Frage: Einerseits ist da das Wort „mhourk“, das mit „große/gefährliche Echse“ gleichgesetzt werden kann, andererseits gibt es noch das Wort „mhourn“, das übersetzt in etwa „Schwefel“ oder „Gift“ bedeutet. Der Zusammenhang zwischen den Mhourl und dem ersten Wort erschließt sich von selbst, das Zweite würde sich auf eine Besonderheit der Mhourl beziehen. Diese fühlen sich nämlich einerseits in der Nähe von heißen Quellen oder anderen Erdspalten, aus denen oder in deren Nähe Schwefelgas austritt, sehr wohl. Andererseits können die Mhourl auch auf der Jagd oder beim Kampf mit Rivalen ein schwefelartiges, ätzendes Gasgemisch aus ihren Augen und ihrem Maul ausstoßen. Das Gasgemisch besitzt eine giftgrüne bis hellblaue Farbe und tötet Tiere wie Hasen, Hornfalken oder Schlangen sofort. Anderen Kreaturen wie Nordskralen oder Fluggors und auch die auf fast allen Nebelinseln vorkommenden Blutkrähen beeinflusst das Gasgemisch weniger stark. Auf sie wirkt es, genau wie auch auf Menschen, nur leicht betäubend. Diese Tatsache könnte übrigens ein weiteres Indiz dafür sein, dass Menschen und Skrale entwicklungstechnisch miteinander verwandt sind. Die Mhourl sind jedoch auch ohne ihre stärkste Waffe noch äußerst furchteinflößend und gefährlich. Im Großen und Ganzen ähneln sie riesigen, grün geschuppten Wardraks. Sie haben, ähnlich wie Wardraks, große nach hinten gebogene Rückenstacheln, an jedem Fuß drei Klauen mit sehr scharfen, großen Krallen, die sich selbst in das härteste Berggestein bohren können, abstehende Stacheln an dem Teil ihrer Vorderbeine, der dem menschlichen Ellenbogen entspricht und einen langen, beweglichen Schwanz. Aufgrund dieser vielen Ähnlichkeiten kann davon ausgegangen werden, dass die Mhourl sich aus den Wardraks entwickelt haben oder sich wenigstens einen gemeinsamen Vorfahren mit ihnen teilen. Die größten Unterschiede zwischen den möglichen Verwandten bestehen in der Kopfform. Der Kopf von Wardraks ist mehr in die Länge gezogen und besitzt eine Schnauze, während der Kopf der Mhourl runder und platter ist und außerdem zwei lange, nach hinten ragende Hörner besitzt. Diese Hörner können bis zur Größe eines großen Menschen wachsen. Die Mhourl weisen außerdem auch eine höhere Anzahl von Reißzähnen als Wardraks auf. Sie scheinen überdies ein soziales Rang- und Gruppensystem zu besitzen, da sie, wie zum Beispiel auch die Wölfe Andors und des Grauen Gebirges, in größeren Verbänden zusammenleben und jagen. Sie leben in Gruppen mit normalerweise etwa fünfzehn Mitgliedern, die von einem Alphatier, das meistens etwas größer als die anderen ist, angeführt werden. In der Regel begeben sie sich zu fünft auf die Jagd. Dabei jagen vier von ihnen die Beute zum Fünften, während dieser in einem Versteck wartet und die Beute dann mit einem gezielten Ausstoß von Schwefelgas betäubt und daraufhin erlegt. Die bevorzugte Beute der Mhourl sind Nordskrale, die das Mhourlgebirge in Clans mit bis zu fünfunddreißig Mitgliedern durchstreifen, und Nexis-Schlangen, große Reptilien, die Schlangen ähneln, aber um ein Vielfaches größer sind und außerdem vier Augen und ein großes, auf der Stirn sitzendes Horn besitzen. Bei ihren Jagden können ihnen einzig ein vollständiger Nordskralclan oder die auf Zywall lebenden Arbaks, die eine ausgeprägte Aggressivität vorweisen und, anders als die Arbaks aus Andor oder Sturmtal, beim Verjagen von Eindringlingen sogar dazu bereit sind, nicht nur ihre Bäume, sondern auch ihren angestammten Wald zu verlassen, gefährlich werden. Die Zywalli erzählen sich zudem, dass die Arbaks aus den Schwefelbergen sich zusätzlich zu ihrer enormen Angriffslustigkeit auch durch rote Augen von den friedlicheren Arbaks unterscheiden würden. Für dieses Gerücht konnten aber bis jetzt keine Beweise aufgetrieben werden. Eine weitere Spezies, die die Mhourl meiden, sind die Blutkrähen, da diese ungenießbar sind und beim Verzehr durch Mhourl-Junge diesen sogar den Tod bringen können. Die Lebenserwartung der Mhourl liegt bei etwa zwanzig Jahren. Mit fünf oder sechs Jahren sind sie ausgewachsen und gelten als vollwertiges Mitglied ihrer Gruppe. Mit dem Alter erhöht sich auch ihre Resistenz gegen das Gasgemisch, das sie ausstoßen. So können Junge durch einen Angriff mit dem Gasgemisch der erwachsenen Mhourl zu Tode kommen. Dies ist auch genau der Grund, warum manche Mhourlverbände andere Gruppen kurz nach dem Schlüpfen der Jungen überfallen und die Lager ihrer Konkurrenten mit ihrem Gasgemisch einnebeln. Diese Taktik ist im Kampf um Beute und Territorium sehr effektiv, da die Konkurrenz durch den Verlust des Nachwuchses geschwächt und dezimiert wird.
Am Ende will ich noch die Theorie ansprechen, dass die Mhourl schwimmen könnten und dass es Exemplare geben soll, die sogar den Kontinent erreicht hätten. Dies halte ich für sehr unwahrscheinlich, da es ein weiter Weg von Zywall bis zur andorischen Küste Sidra ist. Außerdem wurde noch nie von anderen Landkreaturen berichtet, die schwimmen können.
Damit schließe ich meinen Bericht über die Mhourl ab.

Arindan
Fünfter Physikus von Werftheim
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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Merrik der Bewahrer » 10. April 2020, 12:24

Butterbrotbär hat geschrieben:Hallo Merrik der Bewahrer,

Das ist eine wundervoll ausführliche Abhandlung zu den Mhourl und dem Mhourlgebirge, die du uns von diesem sehr sprachbegabten Arindan überbringst! :P Wenn du noch mehr Niederschriften dieses Physikus auftreiben könntest, so würden wir sie bestimmt auch gerne lesen.

Wenn ich mir so anschaue, wie wenige Dropbox-Links aus den Anfangszeiten des Forums heutzutage noch funktionieren, befürchte ich, dass auch dieser Mhourl-Text an seinem aktuellen Ort noch nicht für die Ewigkeit bewahrt ist. Würde es dich stören, ihn zusätzlich noch als Beitrag hier zu veröffentlichen?

LG BBB


Erst mal Danke für das Lob!
Habe den Text jetzt, wie du gesagt hast, als Beitrag veröffentlicht.
Zu Arindan: Vielleicht finde ich noch eine Schriftrolle von ihm, sicher weiß ich aber, dass sein Schüler Carrim (der Sechste Physikus von Werftheim) seit Stinners elften Geburtstag das Amt des Physikus von Werftheim ausübt. :P

Wachsamer Waldläufer hat geschrieben:Respekt!

Die Geschichte (der Bericht) ist gut überlegt. Vielleicht kann uns Merrik mit weiteren Geschichten begeistern, er ist auf jeden Fall ein Gewinn für den Strang!

Arbaks auf Zywall... Und Blutkrähen... Und ewige Feuer... Und Einhörner...
Klingt spooky. Tolle Insel ;)


Ebenfalls Danke!

Wachsamer Waldläufer hat geschrieben: Auf Zywall gibt es drei groše Städte: Arkadun, die große Hafenstadt im Nordwesten, von der aus eine prächtige Handelsverbindung zu den Hadriern besteht, Dymedun, die Zentrale, mehr oder minder Hauptstadt Zywalls, und Erkedun, die Südöstliche Stadt mit den gigantischen wissenschaftlichen Gärten.


Ich zitiere:
Merrik der Bewahrer hat geschrieben: Diese Insel ist aber vom Handelsverkehr im Hadrischen Meer so gut wie abgeschnitten, ...

...Sie führten außerdem dazu, dass die Einheimischen das einzige Gebiet auf ihrer Heimatinsel, dass nicht von Wald bedeckt ist, im Regelfall meiden. Aus diesem Grund kennen sie eigentlich nur die grünen Wälder Zywalls und finden sich zum Beispiel in großen Siedlungen wie Werftheim oder in anderen Landschaften wie Gebirgen oder Steppen nur sehr schwer zurecht.


So sehr variieren die Berichte aus verschiedenen Archiven also! ;)
Ganz schon ominöse Insel! :D :lol:

LG
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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Wachsamer Waldläufer » 10. April 2020, 14:43

Was will man machen. So ist das halt mit den Quellen.
Aber wenn die Verbindung zu den Hadriern laut den Schriften der Feste Yra so grandios ist, könnte da doch eine glaubhafte Quelle sein. Und Werftheim hat doch offenbar nicht so den großen Kontakt mit den Zywalli. Vor allem, wenn doch die großen Städte von den Seefahrern nicht besucht werden, weil ja nur der Süden wirklich erkundet ist (von den Werftheimern) Und die dortigen Dörfler nicht unbedingt jemals eine der großen Städte gesehen hat.

Das tolle an Zywall ist auch, dass man jahrelang die Insel erforschen kann, ohne jemals eine der drei zu sehen. Das kommt von der dichten Bewaldung. Schrecklich, sowas.

Insgesamt bestehen also nicht unbedingt Wiedersprüche, sondern einfach unvollständige Berichte, die vom Unregelmäßigen Kontakt der Werftheimer und Hadrier/Zywalli kommt. Stellt euch vor, wenn zufällig ein Schiff vom Kurs abkommt und dann nach Arkadun fährt! :shock:

Tja. So ist das halt.

LG, WW
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Rätsel und Fragen - (Kapitel 2)

Beitragvon Wachsamer Waldläufer » 10. April 2020, 21:49

Irada brachte den Topf in den Hauptraum. Sie konnte Folar und Durien sehen. Malac aber war nun als Wache draußen. Josella auch.
Irada stellte den Topf auf den Tisch. Da waren ein paar Besucher, von der Kleidung her Seekrieger. Die Anführerin war eine hellviolette. Ein hoher Rang, zumindest im Vergleich zu den Männern. Grau und Blau. Sprich ein Anfänger und ein Prüfling. Also nur zwei echte Seekrieger. Was soll's, es wurden eher helfende Hände bei Aufbauten gebraucht als Schutz vor Kreaturen. Die übrigen Andori waren in Dörfer umgezogen, und Kreaturen waren nur mehr sehr selten zu sehen. Ob das an den Krahdern lag, oder an etwas anderem, es war ein glücklicher Zufall. Irada setzte sich zu den anderen, hinter ihr kam Alya aus der Küche. Gända, Gisela, Namde und Erin waren in ein angeregtes Gespräch mit der Seekriegerin verwickelt. "Kreaturen? Nein. Die sind wie verschwunden. Nur einzeln haben wir Gors gesichtet, die Bauern dürften eure Hilfe mehr benötigen. Von den Schildzwergen haben wir auch nichts gehört.", erzählte Erin der Kriegerin aus dem Norden. "Sonst habt ihr Bewahrer weniger Probleme, oder?" Nun mischte sich Irada auch ein. "Wahrlich weniger als die restlichen Völker. Die Krahder hatten es verpasst, dem Baum etwas anzutun, doch sie konnten viele Bewahrer verschleppen. Leider wurden sie nicht von uns, sondern eher von erzürnten Arbaks vertrieben." "Oh. Auch euer oberster Bewahrer wurde entführt, oder?" Irada schmunzelte bei diesen Worten. " Oberster Priester. Ja, Melkart wurde auch mitgenommen." Iradas Miene verfinsterte sich wieder. "Ach ja, Seekriegerin, es gibt Essen. Waldpilzsuppe." Mit diesen Worten griff sie nach der Schöpfkelle.
Durch ein Fenster sah Irada einen Schemen im Wald verschwinden. Die Gestalt war in einen Umhang aus grauen Tuch gehüllt, keine Haut war darunter zu sehen. Und das Gesicht… War eine bleiche Fratze.

Nareb wunderte sich. Draußen war schon die Sonne untergegangen, und er saß alleine an dem Holztisch. Er fuhr mit den Fingern gedankenlos die Maserung des Holzes nach. Ein Humpen Met stand vor ihm. Erst halb geleert. Nareb war wieder von dieser Leere ergriffen. Immer, wenn der Fischer zu sehr nachdachte, wure das ganze zu Trübsal blasen. Seit der Attacke hatte Nareb nicht zu sehr nachgedacht. Zu viel war er mit seiner aufopfernden Arbeit beschäftigt, zu oft kümmerte er sich um die einsamen Andori. Natürlich war dem Fischer jede Ablenkung willkommen. Eine einzelne Träne lief dem Mann über die Wange. Ein Schluchzer entfuhr ihm. Narebs Familie war verschleppt. Nicht seine Frau und Kinder, nein, Narebs Eltern. Auch sein Bruder war weg. Im schlimmsten Fall sah er sie nie wieder. Noch ein Schluchzer. Vielleicht sollte Nareb nicht zu weit auf dieses Meer der Traurigkeit hinaus fahren. Es war ruhige See, doch bekanntlich sind Stille Wasser tief. Und wenn man zu nachsichtig war, ging man unter. Und wurde langsam von diesen endlos blauen Tränen in die Tiefe gezogen.
Nareb räusperte sich. Er wischte die Tränen weg und nahm einen großen Schluck. Der Fischer konnte sich nicht leisten, in diesem Ozean zu ertrinken. Seine Familie brauchte einen starken Nareb. Andor brauchte einen starken Nareb. Diese Vorstellung gefiel dem Fischer."Nareb - Der Held von Andor" Es entlockte dem sorgenvollen Gesicht ein kurzes Lächeln. Doch nun musste er an wirklich wichtige Dinge denken. Nareb würde morgen zur Taverne fahren. Falls Neuigkeiten da waren, Gilda wusste sie. Inzwischen war die Taverne Das Zentrum Andors. Und Nareb lieferte Fische. Auch die Menschen in der Rietburg kauften Fische, doch die würde er ein anderes Mal beliefern. Nareb würde seinen Enterhaken mitnehmen. Seine Frau lachte ihn deswegen immer noch aus, doch Nareb hatte viel trainiert. Er glaubte, dass er einen Gor besiegen könnte, wenn ihm denn einer über den Weg laufen würde. Minna fand lächerlich, das Nareb mit einem angespitzten Enterhaken kämpfte, doch sollte sie doch glauben, was sie wollte. Narebs Hände waren nicht für ein Schwert bestimmt, er war verdammt noch mal nicht Thorn!
Das nächste unmittelbar wichtige Thema waren wohl die jüngsten Vorkommnisse. Der Schatten am Ufer. Die Kreatur draußen. Was war los in Andor? Nareb wollte sich nicht auch noch um düstere Gestalten und rätselhafte Schatten kümmern. Wo waren bitte andere Helden, wenn man sie brauchte? Wo war diese Kheela, wo war Arbon, wo waren der Fährtenleser und der Tarus? Und wo zur Blutkrähe trieben sich Jarid und Trieest herum? Und wer genau schützte jetzt Andor?

Uhain ging durch den nächtlichen Wald. Eulen schuhuten, Mäuse trippelten durchs Unterholz. Insgesamt war es nicht leise, nur hatte sich ein gewisser Schleier der Ruhe über alles gelegt. Sicher machte auch die Dunkelheit etwas aus. Durch das Zusammenspiel vieler Dinge war derEindruck von Frieden entstanden. Eine perfide Täuschung der Natur. Rätselhaft war diese Zeit, die Düsternis. Uhain wurde langsam von einem rätselhaftem gefühl erfüllt. Die Stimme schwieg. Natürlich. Sollte doch niemand glauben, dass die Stimme tatsächlich eine Hilfe war. skellettt. böse. tödlich. es irgendwo hier sein. Uhain fuhr herum. Skelett. Das Wort klang gefährlich. Uhain ließ Nebel aus seinem Stab entweichen. Zur Sicherheit. Suchend tastete der Nebel über den Waldboden. Ohne Augen musste sich Uhain auf die graue Wolke aus Wassertröpfchen verlassen. Natürlich hatte Uhain Augen. Doch die Nacht hatte ihren Teil zur unnötigkeit ebendieser beigetragen. Keine Augen… Eine Erinnerung durchzuckte den Körper wie ein plötzlich kommender Schmerz.

Du musst das nicht tun! Es muss einen anderen Weg geben. Warum sollte dein Bruder in Gefahr geraten? Versuche etwas anderes!" "Nein! Uhain, das ist meine Entscheidung. Du hast dich auch für den Nebel entschieden. Stell dir vor, ich bin beim nächsten Mal nicht da." "Ich habe nie gesagt das du nicht der wichtigste Mensch in meinem Leben bist! Ohne dich wäre ich längst tot oder eine gefühlslose Hülle für die Magie des Nebels. Aber dein Augenlicht ist ein zu hoher Preis für diese Gabe!" "Uhain. Das hier ist das wichtigste für mich. Versuche zu verstehen. Mein Bruder…" "Leander, ich weiß verdammt nochmal genau was mit Callem passiert ist! Wenn ich könnte, hätte ich ihn abgehalten, doch er hat mich einfach von Bord geworfen, als ich es gesagt habe! Ich war verdammt nochmal nur ein einfacher Pirat." "Uhain! Ich werfe dir den Fluch nicht vor. Das ist einzig und allein Varatans Schuld. Aber so könnte ich herausfinden, wie der Fluch gebrochen werden könnte. Es ist meine letzte Chance, alles wieder gut zu machen."

Uhain berührte seinen Kopf. Wer war dieser Callem? Wer war dieser Leander? Und… war Uhain wirklich nur eine gefühlslose Hülle?
Plözlich ertastete er etwas. Sofort glühten seine Augen weiß auf und der Nebel umschlang den Körper des Wesens. Knochen brachen, als Uhain den Griff lockerte. Am Boden lagen zersplitterte Knochen. Uhain setzte sich auf den Boden. Er lehnte sich gegen einen Baum und schlief langsam ein.

Askalda lag bereits wach. Ein rosiger Schein war am Himmel zu sehen. Es war noch finster, doch bald würde die Sonne am Himmel stehen. Kalt war es, eisig, doch die Sonne schien hier im Süden.
Askalda stand auf und zog ihre Kampfkleidung an. Violett. Sie schnallte sich den Kampfstab und die Schulterteile an, und trat aus dem Gästezimmer. Ein Brief an Eske und Bjorne lag auf dem Tisch, sonst hatte die Seekriegerin vorgehabt, im Morgengrauen zu verschwinden. Nicht, dass die Bewahrer nicht überaus nett waren- nein, es lag an Askaldas grundsätzlicher Abneigung gegenüber Verabschiedungen.
Als Askalda auf den Gang hinaustrat, öffnete sich IradasTür vorsichtig. Ein Bewahrer in legeren Klamotten trat heraus, die Kriegerin konnte sich an den Namen Sedwyn erinnern. Askalda huschte bei seinem erschrockenem Anblick ein Lächeln überdie Lippen. "Auf Wiedersehen, Sedwyn." Überrumpelt stammelte der Bewahrer etwas, bevor er sich seinem Zimmer zuwandte.
Askalda sog die eiskalte Luft ein. Sie genoss den Winter hier. Es war ein völlig anderes Gefühl als die Winter in Werftheim. Vor ihr stand eine Bewahrerin. Ach ja, Alya. "Du verlässt uns schon? Aber die viel wichtigerere Frage ist… War Sedwyns Gesicht unterhaltsam?" Kurz lächelte Askalda. Alya war eine tolle Frau. Sie konnte die Gedanken eines Menschen nahezu problemlos aus dessen Gesicht ablesen. Ihr nickte Askalda kurz zu. Dann wandte sie sich nach Süden, in Richtung Cavern.

Hier ist der dritte Teil! Kapitel 2 zu ihren Diensten. Und noch immer kein Name für die ganze Story. Und mysteriöse Andeutungen zu den Geschehnissen. Und noch mehr Fragen zu Uhains Vergangenheit :shock:

GN, WW
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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Wachsamer Waldläufer » 10. April 2020, 22:01

Ach ja. Keine Vermutungen bzl. der Schattenhaften Gestalten posten. Wir wollen ja niemandem das Überraschungsmoment versauen. Aber wenns ganz dringend ist, weiß ein gewisser Hammer meine Mail... (Das ist einfach der Hammer) Wobei ich kaum glaube, das die "Hinweise" ausreichen. Oder das es tatsächlich SOOO dringend ist.

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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Butterbrotbär » 11. April 2020, 09:12

"Die Krahder hatten es verpasst, dem Baum etwas anzutun, doch sie konnten viele Bewahrer verschleppen. Leider wurden sie nicht von uns, sondern eher von erzürnten Arbaks vertrieben."
Diese Vorstellung ist einfach genial :lol: :lol: :lol:
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