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Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Kar éVarin » 8. März 2020, 21:41

Hallo WW!

Interessante Auslegung von mehr Zeit nehmen: Drei Stunden nach meinem Beitrag hast du eine überarbeitete Version parat :mrgreen:
Ich habe jetzt die alte nicht mehr wirklich im Kopf, ein Unterschied ist aber erkennbar: die neue ist detailreicher. Dadurch erhält die Geschichte etwas mehr Tiefgang, was doch erfreulich ist.
Ich muss aber gestehen, dass ich bei "Überarbeiten" eigentlich nicht an "neue Kapitel einfügen" gedacht habe ;)

Ich denke, die Katze versteht sehr gut was ich meine. Sowohl was das "Abstand halten" als auch den Rest anbelangt. Vielleicht liegt es einfach daran, dass wir beide +/- doppelt so alt sind wie du. Ich bin zuversichtlich, dass du deinen Weg finden wirst, wenn du wirklich willst und dir die nötige Zeit dafür nicht verloren geht!

Beim in der Originalsprache Lesen häge ich etwas hinterher. Neben den doch recht seltenen Schullektüren haben es gerade mal 3 Autoren geschafft, von mir auf Englisch gelesen zu werden: Tolkien (Tom Bombadil und König Arthurs Untergang, beides jeweils als zweisprachige Ausgabe), Stephen King (Dolores, beim Verkauf einer Bibliothek entdeckt und erst daheim bemerkt, dass es Englisch ist) und Shakespeare (die orangenen Reklams (zweisprachig) kann ich hier nur wärmsten empfehlen. Du hast also meine Hochachtung, dass du Lovecraft im Original liest!

Viele Grüße
Boggart
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Nomion

Beitragvon Wachsamer Waldläufer » 9. März 2020, 19:20

Tja, dies ist nun die mehr oder weniger neue Version von "Die Daras"
Eigentlich ist es nicht mehr die Geschichte "Die Daras", sondern eine Lebensgeschichte von Nomion, über den ist ja gar nicht so viel bekannt.
Zumindest in Teil 1 geht es nicht um die Daras.

Teil I - Der Hexer aus Krahd

Krahd, bei diesem Namen läuft so manch einem Andori oder sonstigem Wesen ein kalter Schauer über den Rücken. Bekannt für ihre gnadenlosen Eroberungsfeldzüge und bösartigen Machenschaften sind die Krahder die Meister der Sklaverei.

Der wohl berüchtigste Krahder ist Nomion. Als zweiter Sohn des Königs hatte er keine Hauptrolle im Leben bei Hofe. Nomion war ein einsames Kind, und während sein Bruder Cyvallar mit Vorliebe Sklaven verdrosch, las Nomion in der spärlich gefüllten Bibliothek Borghorns Bücher über Geschichte oder Legenden aus alten Zeiten. Seine hexerischen Kräfte zeigten sich erst im jugendlichen Alter von fünfzig Jahren, als er seinem Bruder seinen Willen aufzwang. König Nurayar, der Vater Nomions, hielt nichts von Hexerei. Nein, der König verabscheute Hexerei. Nur durch das fehlen von Stärke kann es zu so etwas wie Hexerei kommen, und das Fehlen von Stärke konnte ein König der Krahder selbst seinem Sohn nicht erlauben.

Nomion wurde aus Borghorn verbannt, und er verbrachte Jahre damit, durchs Land zu streifen und seine Hexerei zu üben.
Eines Tages ging Nomion zu einem Grab, das offenbar niemanden kümmerte. Der Grabstein war Moosbewachsen, und ein Busch war über das halbe Grab gewachsen. Nomion hatte in seinen Jahren in Einsamkeit eine beträchtliche Menge an Willenskraft von seinen Opfern gestohlen, und genau diese pflanzte er in das Skelett unter ihm ein. Nomion übernahm die Kontrolle über das Untote Wesen, welches lebendig aus dem Grab auferstand. Nomion war begeistert von dieser Macht, und so marschierte er mit dem Skelett im Schlepptau nach Borghorn.

Seit dem Krieg mit den Elfen waren die Krahder extrem geschwächt, und der König war während Nomions Abwesenheit an seinen Wunden verstorben. So regierte nun Nomions Bruder, Cyvallar. Dieser war von klein an ein willensschwaches Bürschchen gewesen, und Nomion ergriff die Gelegenheit und übernahm die Kontrolle über seinen König und somit ganz Krahd. Der Hexer pflanzte zu dieser Zeit den schwarzen Baum, und er ließ den Tempel erbauen. Die Magie, die er in beide einwob, sollte garantieren, dass die Skelette sowohl Stark als auch Wiederstandsfähig waren. Beide Werke wurden kurz vor dem erneuten Angriff auf die Elfen im Westen fertig.

LG, WW
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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Kar éVarin » 10. März 2020, 09:12

Hallo Waldläufer!

Die Geschichte ist kurz aber gut! Vor allem der Teil über seine Kindheit gefällt mir. An den beiden anderen fehlt mir noch irgendetwas, ohne dass ich genau benennen könnte, was. Vielleicht geht mir das zu einfach, es scheint als würde Nomion auf keinerlei Widerstand stoßen.
Es ist also mehr ein inhaltliches Problem. Insgesamt aber, wie gesagt, besser, deutlich. Zu mindest in meinen Augen.

Viele Grüße
Boggart
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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Wachsamer Waldläufer » 10. März 2020, 16:21

Der fehlende Wiederstand… Aha! Nun, das liegt wohl daran, dass Nomion zwar nicht mehr offiziell Prinz war, er aber im Krahd'schen Volk immernoch Anerkennung fand. Und mit dem einen oder anderen kleinen hexerischen Dienst machte er sich viele Freunde, wesshalb er im Prinzip tun und lassen konnte, was er wollte, ohne das auch nur ein Flüstern nach Borghorn durchdrang. Und nicht zu vergessen war auch die Stärke von Nomions Hexerei: Er konnte andere Riesen wie Mrionetten benutzen! Und Nomion war ja auch ein bösartiges Genie, seine Pläne waren nahezu unfehlbar. Das größte bekannte Versagen war wohl Tarok. :D
Für die Krahder sah es ja so aus, als ob Nomion wegen der Skelette aus der Verbannung befreit wurde.

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Nomion

Beitragvon Wachsamer Waldläufer » 14. März 2020, 06:02

Teil II- Auftakt

Nomion war stinkwütend. Konnten die Elfen nicht sehen, wann sie verloren hatten? Ausgerechnet im Süden, wo die Dörfer und Sklavenlager waren, griffen sie an! Das brachte ihnen doch keinen Vorteil! Nomion wollte schreien. Was erlaubten sie sich? Die Krahder waren diesen herumfliegenden Winzlingen haushoch überlegen! Kriegsmeister Andahnur war mit einem dutzend Skeletten unterwegs. Zum Spott war eines davon eine Elfe, die auch in der Luft herumflog. Nomion war auch wütend auf seinen Bruder. Warum hatte er diese scheusslichen Biester nicht vernichtet, als er die Chance hatte? Aus Mitleid? Schwäche? Beides für Nomion unverzeihbar. Vielleicht sollte der Hexer den Kontrollzauber verstärken. Wiederwillig ging er in Richtung Thronsaal. Auch Borghorn wurde von Nomion gehasst. Der Hexer hielt nichts von der uralten Tradition, weder hielt er etwas vom Königsnamen noch von dem altehrwürdigen Königssitz. Borghorn war größtenteils leer, so wie ganz Krahd es war. Die meisten Wachen waren mit Andahnur losgezogen, und sonst war normalerweise niemand hier. Außer dem Menschengesindel, den Sklaven. Einen Fuß setzte Nomion vor den anderen, tipp-tapp, tipp-tapp. Noch etwas, das Nomion hasste. Laufen. Sicher einer der wenigen Dinge, um die er die fliegenden winzlinge beneidete. Sie konnten Fliegen. "Ardavir! Was machst du dort?!", krächzte Nomions Stimme.

Igitt. Ardavir lief ein Schauder über den Rücken. Sie wollte instinktiv zu ihrm Bruder, oder zu Mutter, wenn sie Nomions schrecklich böse Stimme hörte. Sie wusste, das er sie nicht mochte, und er wusste, das er sie anekelt. Am liebsten wäre Ardavir weggelaufen."Ich schau mir nur den Vogel dort an!" "Ach ja? Warum bist du nicht bei Mutter, kleines?", sprach Nomion wieder. Ardavir verzog das Gesicht. Nur sie wusste es, aber sie bemerkte,wenn jemand böses im Schilde führte. Mutter hatte ihr etwas dazu vorgelesen. Es war eine Gabe, die zweites Gesicht oder Wahrsagerei genannt wird. Nomion wollte großem Bruder Cyvallar wieder etwas böses tun. Nomion war unzufrieden, Ardavir spürte, dass er das am liebsten ohne Zwischenfälle erledigt hätte. Intuitiv schrie sie ihn an:"Du darfst Bruder nichts böses mehr tun! Das macht man nicht! Mutter hat mir gesagt, dass ich nicht lügen soll, also sollst du ihnen auch die Wahrheit sagen!"verzweifelt wurde ihr Aufschrei zu einem Jammern. Nomion versuchte, ihr auch was böses zu tun!"Nein!Aus! Das darfst du nicht!" Der Hexer lachte."Du willst entscheiden, was ich darf und was nicht? Du willst doch nicht, das ich unserem Bruder etwas wirklich schlimmes tue, oder?" "Nein! Ich…" "Dann lass mich! Freche kleine Göre!"
Er war so gemein! Wie konnte er nur? Ausserdem war Ardavir schon elf Jahre alt! Bloß weil sie noch keinen Unterricht bei Meister Intuhar hatte, war sie nicht klein. Ardavir lief los, vorbei an Nomion, zu den Gemächern von Mutter.

Mann, wie dieses kleine Biest nervte! Aber woher wusste sie von der Hexerei? Vielleicht hatte seine Schwester auch etwas vollkommen anderes gemeint. Nomion ließ die großen, knöchernen Türen des Thronsaals mithilfe von Hexerei auffliegen. Cyvallar saß auf dem Thron. Gelangweilt hatte sich sein Blick auf Nomion gerichbtet, dessen Ankunft doch nicht ganz so imposant war. Zügig war der Hexer vor seines Bruders Thron angelangt. Dieses Mal würde schwer werden. Eine komplexe Anweisung schaffte Nomion, doch die Stärkung von der direkten gedanklichen Verbindung der Beiden wäre schwer, und könnte in die falsche Richtung gehen. "Mein Herr,",Nomion legte die Betonung auf Herr, "die Elfen sollten ein für alle mal geschlagen werden. Ich habe noch einige Skelette, die kämpfen könnten. Jedoch sind sie schwach, und um sie dauerhaft zu stärken, müssten die Ausmaße der Hexerei unglaublich groß sein." Während Nomion sprach, wob er Stück für Stück seine Gedanken in die seines Bruders ein. "Was willst du?", fragte der König genervt. "Der Tempel. Ich will ihn wiederaufbauen und mit Hexerei füllen." "Dann tu's doch! Was fragst du mich so idiotisch, Bruder?" Nomion fiel auf, dass er Cyvallar nicht geheuer war. Sein Bruder wollte nicht mit ihm zusammen in einem Raum sein, eigentlich wollte er Nomion gar nicht in der Burg haben. Cyvallar hatte Angst, so wie Vater.
Noch etwas, dass Nomion hasste. Angst.

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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Butterbrotbär » 14. März 2020, 15:01

Hallo zusammen!

Schlafende Katze hat geschrieben: Ich selbst schreibe auch hin und wieder Geschichten. Allerdings humorvolle im Bereich Mittelerde.
Das weckt mein Interesse – kann man einige dieser Geschichten irgendwo in den Weiten des Internets finden?

@Wachsamer Waldläufer: Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich zu Elfen in der Andor-Welt stehe (sie erinnern mich wohl an die Fee aus der Andor-App – diese Spezies wurde mMn dort auch etwas gar rasant eingeführt ;) ).
Jedenfalls gefällt mir die Ergänzung von Nomions Umfeld um einige interessante Figuren mit wundervoll krahderisch klingenden Namen. Ich schliesse mich aber auch Boggarts Meinung an, dass es spannend wäre, wenn Nomions Pläne nicht reibungslos funktionieren würden, sondern sich Stolpersteine in seinen Weg legten, die er zu überwinden hätte – und es vielleicht sogar einen Antagonisten gäbe, welcher Nomion gefährlich werden könnte?

Deine Archor/Archiri-Story finde ich übrigens ganz wunderbar und erinnert mich vom Stil her sehr an die offiziellen Kurzgeschichten von der Andor-Homepage, die die Grundspielhelden oder andere Figuren einführten. :P

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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Wachsamer Waldläufer » 14. März 2020, 15:44

Die Nomionstory ist doch noch lange nicht fertig! Der zweite Teil wird sich alleine schon über einige Beiträge erstrecken. Mit Ardavir hat er einen Gegner, der von seinen Machenschaften weiß. Sie ist zwar ein Kleinkind, aber Nomion schätzt sie vollkommen falsch ein. Aber was spoilere ich denn hier! Und was ist mit seiner eigenen Blindheit, was Gefühle angeht? Und darum waren auch die Elfen eine große Gefahr für ihn. Der Urtroll wäre da auch noch zu erwähnen. Natürlich auch Tarok, der wie immer überall seine Klauen im Spiel (Andor :D Wortwitze liebe ich) hatte.

Nomion ist ein überaus schräger Charakter.

LG, WW
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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Wachsamer Waldläufer » 15. März 2020, 08:43

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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Butterbrotbär » 15. März 2020, 09:31

Na klar, das ist der gute Nomion, jung und fröhlich, noch nicht vom Alter gebeugt und gebeutelt! :D Sein Stab erinnert natürlich stark an die von Corion, Hademar und Varkur, ist aber vom blauen Schein erfüllt, welcher auch den Schwarzen Baum umgibt und Darhs Knochen-Golem belebt – ein tolles Detail!

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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Schlafende Katze » 15. März 2020, 11:18

Hallo Butterbrotbär,

Tatsächlich kann man ein paar der Geschichten im www finden. ;)


https://www.fanfiktion.de/u/Schlafende+Katze

Viel Spaß beim lesen!
Wünscht
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