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Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Lost In The Echo » 21. Mai 2020, 13:32

Merrik der Bewahrer hat geschrieben:Da kann ich WW nur zustimmen, denn das was ihr beide (Limette und Link) im Forum abzieht ist meiner Meinung schon nah am Spam.
Außerdem eigentlich traurig, wenn man 92 Nachrichten geschrieben hat, die nur aus eins bis zwei Wörtern oder Emojis bestehen. Die Taverne ist ja kein witziger Chatroom, sondern ein Fanforum. Man sollte sich also nicht auf einer gesamten Seite nur über einen Rechtschreibfehler lustig machen. (siehe hier:
viewtopic.php?f=11&t=5315 und hier:
viewtopic.php?f=11&t=5315)
LG
Merrik der Bewahrer

Ich habe auch schon selbst überlegt, etwas in diese Richtung zu schreiben, bzw. euch beide (Limette und Link) freundlich darauf hinzuweisen.

Ich möchte euch gegenüber wirklich nicht unfreundlich erscheinen und natürlich freue ich mich auch immer, wenn schreibfreudige Andori die Taverne beleben, aber Nachrichten, die nur aus "Stimmt" oder "cool" bestehen, entsprechen in meiner Vorstellung weder sinnvollen Beiträgen noch tragen sie zu einer konstruktiven Unterhaltung bei.
Es gibt diesbezüglich zwar keine Forumsregeln / -vorgaben, aber mMn lässt sich selbst ein einfacher kurzer Kommentar einfach etwas "Beitragszahlen-würdiger" verfassen. Warum nicht mal schreiben:
"Den Gedanken hatte ich auch schon. Schön, dass ich nicht der einzige bin, der so denkt :P . Um den Punkt noch etwas auszuführen hier ein Beispiel:....." :?:
"Stimmt" schreiben, kann wirklich jeder.
Letztendlich ist das nur meine persönliche Meinung, aber allem Anschein nach scheint euer Verhalten auch den ein oder anderen Andori hier zu nerven/ärgern.
Bitte nehmt diesen Beitrag nicht allzu böse, sondern eher als konstruktive Kritik :P
Echo
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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Wachsamer Waldläufer » 21. Mai 2020, 13:47

Ja, ich wollte sowas auch schreiben, weil… oben genannte Gründe. Bloß kam ich manchmal schon in Versuchung, durchaus unhöflich zu Antworten. Aber da steh ich drüber. Auch so ein Beitrag wie

Limette hat geschrieben:Ich hab C+T zwar nicht, aber das sieht cool aus


Ist recht sinnbefreit… Ja, schön, aber ich schreibe doch auch nicht bei jeder Fanlegende, die ich anschaue "Das sieht cool aus" oder ähnliches. Wenn du C+T nicht hast…?

Einfach Beiträge drr Beitragszahl willens zu schreiben… Das ist kein wertvoller Beitrag. Sicher, ich will insgesamt auch viele Beiträge, aber dazu kann man auch einfach warten. Wenn man sich ordentlich im Forum einbringt, hat man auch mit konstruktiven Beiträgen kein Problem, viele Beiträge zu bekommen…

WW
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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Limette » 21. Mai 2020, 15:17

Ich werde mich dran halten.Vielleicht losch ich jetzt meinen
Acount.Und danke für die hinweise.

Tschüss
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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Drukil » 26. Mai 2020, 07:33

Hi Leute

Hier geht meine Geschichte weiter:

Als Odivado sich erhob, hielt etwas seine Hand unten, verdammt! Dachte er, doch als er die Kette betastete, die ihn an der Wand hielt, lächelte er, sie war dünn, mit einem einzigen Ruck riss er die Kette aus er Wand. Dann tastete er sich langsam vorwärts, bis zu einer massiven, hölzernen Tür. Die Türe war klein für ihn und mit einem dicken Riegel verschlossen. Mit einem Tritt wollte er sie öffnen, aber sie hielt fest. Dann halt ein Zauber dachte er, und begann murmelte den Zauber vor sich hin, die Türe ächzte leise, aber blieb standhaft. Jetzt wurde Odivado langsam sehr genervt von dieser blöde Tür. Mit aller Kraft warf er sich gegen sie, es wirkte: die Türe wurde aus den Angeln gehoben und flog mit ihm und einem Lauten Knall gegen eine Massive Steinwand. Vor Wut schnaubend erhob Odivado sich, diese Zwerge! Erst instabile Ketten und dann eine Massive Türe! Odivado schaute sich im, er war in einer Großen Halle, und eine Staubschicht bedeckte den Boden am hinteren Ende der Halle sah er eine kleine Holztüre. Über ihm hörte er wirre Rufe und getrampelt, der Knall war wohl nicht unbemerkt geblieben. Mit zügigen Schritten ging Odivado zur Tür, auch sie war verstaubt und morsch und als Odivado dagegen drückte, zerbröckelte sie in seiner Hand. Dahinter sah er einen engen Raum, in dem er seinen Speer und seinen Helm fand. Schnell nahm er seine Ausrüstung mit und ging zu einer massiven Holztüre. Mit der Spitze des Speeres und einer schnellen Drehung öffnete er die Türe.

LG Drukil 8-)
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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Drukil » 16. Juni 2020, 14:56

Hi

hier gehst weiter:
Hinter der Türe sah er eine lange Wendeltreppe die so niedrig war, das Odivado sich die ganz Zeit bücken musste, um mit seinem Kopf keine schmerzhafte Bekanntschaft mit der Decke zu machen. Nach etwa 15 min. qualvollen gebücke und nachdem er um einige Beulen reicher wurde sah Odivado eine Türe aus Stein vor sich. Mit seiner Schulter drückte er dagegen, vergeblich! Die Türe rückte nicht einen Millimeter. Danach untersuchte er die Türe genau. Nach einer weile entdeckte er ein winziges Schloss am Rand der Türe, allerdings viel zu klein um aufzubrechen. Da beschloss Odivado mit roher Gewalt vor zu gehen. Er stemmte sich mit aller Kraft gegen die Türe und drückte, das jede Türe zerbarsten sollte. Mit letzter Kraft drückte er nochmals gegen die Türe da gab es ein Donnern das es nur so in der Wendeltreppe hallte. Dann begann sich die Türe mit einem Ohrenbetäubendem Quietschen langsam zu öffnen. :?

LG Drukil
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Der Weg eines Seekriegers - Stinners Geschichte

Beitragvon Merrik der Bewahrer » 26. Juni 2020, 18:54

1.
„… und als ich meinen Männern zurufen wollte: „Zu den Waffen, diesem Arrog zeigen wir, dass er sich das das falsche Schiff als Mittagessen ausgesucht hat!“, da sah ich, dass meine gesamte Mannschaft, mit Ausnahme von Karn, meinem ersten Maat und dem Steuermann der CAPELLA, der mir schon in vielen vorherigen Abenteuern zur Seite gestanden hatte, die Beiboote zu Wasser gelassen hatte und sich jetzt mit diesen aus dem Staub machte. Daraufhin rief ich den meuternden Verrätern zu: „Geht nur, ihr feiges Dreckspack, mit diesem läppischen Arrog werden Karn und ich auch allein fertig!“ Da bemerkte ich, dass sich zwei weitere Arrogs meinem Schiff genähert hatten und Karn und mich mit gierigen Augen anstarrten. Noch bevor ich mich umdrehen konnte, um die beiden genauer zu betrachten, hatten diese zwei besonders unfreundlichen Exemplare mit ihren riesigen Pranken schon den gesamten Bug der CAPELLA vom Rest abgetrennt. Karn, der dort gestanden hatte, schlug infolgedessen hart auf der Wasseroberfläche auf und trieb reglos davon. Ich musste jetzt also mich und das, was von meinem Schiff noch übrig war, ganz allein gegen drei ausgewachsene und äußerst aggressive Arrogs verteidigen.“ „Und wie hast du es dann geschafft sie zu besiegen?“, fragte Stinner den alten Käpt´n Maleard, der gerade von einem Kampf, den er angeblich mit drei Arrogs ausgefochten hatte, erzählte. Er saß auf einem klapprigen Stuhl in der größten, berühmtesten und leider fast immer auch der überfülltesten Taverne Werftheims, die den Namen „Varatans Thron“ trug. Maleard antwortete auf seine Frage: „Immer mit der Ruhe, Bürschchen. Lass mich erst mal was trinken, dann erzähl ich dir und den anderen wie es weiterging!“ Dann nahm der Käpt´n seinen riesigen, mit Zwergenmet, einer alkoholischen Spezialität der Silberzwerge und nebenbei dem stärksten Gebräu, das man hier finden konnte, gefüllten Humpen und begann diesen mit großen Schlucken zu leeren. Stinner wusste natürlich, dass es Ilvena, seiner Mutter und vor allem auch Laran, seinem Vater, einem der wohlhabendsten Wollhändler der Stadt, gar nicht gefallen würde, das er sich schon wieder im „Varatans Thron“ herumtrieb, anstatt die Bestellung seiner Eltern bei Thral, einem der wenigen Fleischhändler Werftheims, abzuholen. Er hörte sich einfach zu gern die abenteuerlichen Geschichten der Seeleute, die sich im „Thron“ aufhielten, wenn sie gerade nicht über das Hadrische Meer kreuzten, an. Er hatte hier schon so einige fantastische Erzählungen und Sagen gehört. Einmal hatte ein Seehändler eine Geschichte über die sagenumwobene Insel Rol, die Insel der Nixen, die westlich von Silberland liegen sollte und die noch kein einziger Mensch zu Gesicht bekommen hatte, zu Besten gegeben. Laut seiner Geschichte lebten diese dort in unter der Wasseroberfläche liegenden Höhlen. Ein anderes Mal hatte ein leicht angetrunkener Kapitän namens Senter eine abenteuerliche Geschichte darüber erzählt, wie er, nachdem sein Schiff von einer Piratenbande überfallen worden war, auf einem einfachen Floß eine ganze Woche nur mit seinem Streifenmarder zusammen und ohne Vorräte überlebt hatte. Und dieses Mal hatte er mitbekommen, dass Maleard seinen sagenumwobenen Kampf gegen drei Arrogs, die er ganz allein besiegt hatte, zu Besten geben würde und war mal wieder gegen den Willen seiner Eltern hierhergekommen. Jetzt hatte der Käpt´n endlich seinen Met ausgetrunken begann lautstark und leicht lallend damit, seine Geschichte weiterzuerzählen: „Als mich diese riesigen Mistkerle dann angreifen wollten, da hab ich – hicks – mein Schwert gezogen und ihnen zugerufen: „Ihr niederträchtigen Ausgeburten des Meeres, kommt doch her und holt euch eine Abreibung! Oder habt ihr etwa Angst, ihr hässlichen Schleimbolzen? Mich, den tapfersten und berühmtesten Kapitän des gesamten Hadrischen Meeres, fresst ihr nicht!“ Sogleich nachdem ich zu Ende gesprochen hatte, warf ich dem vordersten und größten der Arrogs, vermutlich dem Anführer der Gruppe, mein Schwert im hohen Bogen entgegen. Der Arrog war so erstaunt über die Tatsache, dass ich nicht wie die meisten seiner Opfer schreiend in Panik geriet, dass er einfach stehen blieb. So konnte sich mein Schwert sich direkt in sein rechtes Auge bohren. Rasend vor Schmerz schlug er jetzt wild um sich und traf dabei auch seine Kumpane. Dieses Chaos nutzte ich und rannte schnell zur Achterballista der CAPELLA. Während ich jene lud, rief ich den Arrogs laut zu: „Schaut mal her, ihr hässlichen Dreckfresser!“ Nachdem sie sich wieder zu mir gewendet hatten, schoss ich dem Kleinsten von ihnen mehrmals genau in den Hals. Als die Bolzen seine Halsschlagadern durchbohrten, fiel das grässliche Monster mit einem lauten Gurgeln um. Daraufhin wand ich mich den anderen beiden zu. Dem Arrog, in dessen Auge immer noch mein Schwert steckte, lief jetzt sogar Schaum aus dem Maul. Wild um sich schlagend bahnte er sich jetzt einen Weg auf mich zu. Als er kurz vor mir stand, schoss ich ihm einen Bolzen in sein linkes, noch unversehrtes Auge und zog, während er noch vor Schmerz schrie, mein Schwert aus seinem anderen Auge. Währenddessen war jedoch der noch übriggebliebene Arrog hinzugekommen und wollte sich auf mich stürzen. Zu meinem Glück hielt der jetzt vollends blind und wahnsinnig gewordene Arrog ihn für das Schiff und mich. In seiner Raserei wendete er sich nun gegen seinen Artgenossen. Dies nutzte ich, um die CAPELLA zu wenden und auf Abstand von den kämpfenden Arrogs zu bringen. Jedoch merkte ich nach kurzer Zeit, dass der unversehrte Arrog den anderen besiegt hatte und mich in Kürze einzuholen drohte. Da entschloss ich mich zu einem wahrlich gewagten Schritt: Ich rannte so schnell, als wenn ein Gor mir auf den Fersen wäre, in den Bauch meines Schiffes, wo Fässer eines Gebräus, dass die Schildzwerge aus Andor „Rachenputzer“ nennen, lagerten und rollte diese aufs Deck. Als ich bei einer meiner Fahrten nach Andor in der dortigen Taverne einkehrte, hatte ich nämlich gehört, dass dieses Getränk hochexplosiv sei. Also benutzte ich die herumliegenden Seile als behelfsmäßige Lunten und band sie an die Fässer. Dann zündete ich sie an und rollte sie in Richtung des zerstörten Bugs, damit sie in den Teil des Meeres, in dem der Arrog sich aufhielt, fielen. Während die Fässer dem Monster entgegenrollten, holte ich aus und warf das einzige Fass, das ich bei mir behalten hatte, mit enormem Schwung dem Arrog, der mich nun erreicht hatte, direkt ins Gesicht. Die folgende Explosion, die leider nicht nur ihn zur Strecke brachte, sondern auch einen weiteren, nicht unerheblichen Teil der CAPELLA zerstörte, war so laut, dass man sie wahrscheinlich selbst noch in Sturmtal oder Silberland gehört hatte. Als nun diese Mistviecher alle tot im Meer herumtrieben machte ich auf den Weg zurück nach Werftheim, wo ich mein Schiff reparieren ließ.“ „Und dann hast du es, gleich nachdem es wieder in Stand gesetzt worden war, bei einer Runde Nordschach an mich verloren, nicht wahr? Dann hattest du nicht nur riesige Schulden wegen der Reparaturkosten und der verlorenen Ladung sondern auch kein Schiff mehr. Und seitdem kannst du nur noch hier in der Taverne herumsitzen und Geschichten erzählen. Traurig, was?“ Eine stämmige, wettergegerbte und am ganzen Körper tätowierte Frau hatte sich dem Tisch, an dem Stinner, Käpt´n Maleard, ein paar weitere Seeleute und eine große Menge an normalen Werftheimer Bürgern, die sich gerne Maleards Geschichten anhörten, saßen, genähert. Stinner kannte die Frau, die den ehemaligen Kapitän jetzt spöttisch anlächelte. Es war Mondrianne, eine Seehändlerin, die seinen Vater oft mit Wolle von den Schafshirten aus dem Sturmtal belieferte. Sie war dafür bekannt, dass sie, im Gegensatz zu manch anderen Kapitänen, die das Hadrische Meer befuhren, äußerst rechtschaffen war und dafür, dass jede Fracht, die sie transportierte, pünktlich ankam. Aus diesem Grund war sie sehr gefragt unter den Händlern Werftheims und konnte deshalb immer die besten Aufträge an Land ziehen. Stinners Vater hatte sich ihre Dienste nur sichern können, da er ein sehr wohlhabender Mann war. Sie handelte mit Waren aller Nebelinseln und sogar von den Bewahrern aus dem Wachsamen Wald. Maleard antwortete erbost: „Kein Wunder, du hast ja auch geschummelt! Sonst hättest du mich auch niemals schlagen können, den jeder weiß schließlich, dass ich, Käpt´n Maleard, nicht nur der tapferste Seemann, sondern auch der beste Nordschach-Spieler des gesamten Hadrischen Meeres bin!“ „Soso, ich soll also betrogen haben? Das würde ich doch nie machen, du kennst mich! Ich hatte einfach etwas mehr Glück als du, wie immer! Und dieses Glück hat mir das schnellste Schiff des gesamten Nordmeers, die CAPELLA beschert!“ Mondrianne und einige Mitglieder ihrer Mannschaft, die mit in die Taverne gekommen waren, begannen nun freudig zu johlen und einen Lobgesang auf ihr Schiff anzustimmen. Daraufhin zerstreute sch die Runde um den alten Käpt´n, dem Mondriannes Auftauchen anscheinend die Laune verdorben hatte, langsam, da dieser bald das Wirtshaus verließ. Nun hatte Mondrianne auch ihr Loblied auf die CAPELLA beendet und steuerte auf Mourn, den Tavernenwirt des „Throns“, zu: „He, Mourn, mein Freund, kannst du mir mal wieder einen Krug Met spendieren?“ Mourn schien heute nicht ganz so gut gelaunt zu sein, denn er grummelte leise vor sich hin, während er der Seehändlerin einen Krug hinstellte und diesen befüllte. Daraufhin fragte sie ihn schnippisch: „Freundlicher kannst du auch nicht sein, oder? Wenn man dich sieht, denkt man ja, dass Werftheim morgen von einer Flutwelle verschlungen werden würde!“ Sie meinte dies natürlich leicht sarkastisch, da alle die schon einmal im „Thron“ gewesen waren, wussten, dass diese Stimmung bei Mourn fast der Dauerzustand war. Stinner konnte dies jedoch verstehen, da der Tavernenwirt erstens ja schließlich den ganzen Tag die Trunkenbolde, die das Wirtshaus bevölkerten, aushalten musste und zweitens ein Mitglied der Allend war. Die Allend waren der nichtmenschliche Teil der Bevölkerung Werftheims. Zu ihnen gehörten zum einen die Varhanier, die braune Haut, stumpfe weiße Augen und nur vier Finger besaßen und zu denen Mourn gehörte und zum anderen die Arranier, die sich von normalen Menschen nur durch ihre blaue Haut unterschieden. Zur Zeit des großen Seekönigreichs von Varatanien und Klippenwacht waren sie geschätzte und hochangesehene Mitglieder der Gesellschaft gewesen, angeblich war sogar einer der engsten Freunde und Berater König Varatans, Vellos der Listige, ein Arranier gewesen. Doch nach dem Untergang des Seekönigreichs waren die Handelsverbindungen zu ihren Heimatinseln abgebrochen und sie mussten für immer in Varatanien, das bald darauf in Werftheim umgetauft wurde, bleiben. Mit der Zeit schlug die Stimmung dort um und die „Fremden“ oder eben die „Allend“, altvaratanisch für „die Anderen“ wurden für die Übel, die Werftheim wiederfuhren, verantwortlich gemacht und aus der Gesellschaft ausgestoßen. Sie durften zum Beispiel in keine Gilde eintreten und lebten in einem eigenen Viertel. Stinner jedoch fand, dass sie genauso das Recht hatten, in Werftheim zu leben und gut behandelt zu werden. Er war sogar mit Warrin, dem Sohn von Mourn, gut befreundet. Als Stinner gerade ebenfalls die Taverne verlassen wollte, stoppte ihn Mondrianne. Sie legte ihm die Hand auf die Schulter und fragte ihn: „Kenne ich dich nicht irgendwo her, Bürschchen?“ Er antwortete zögerlich: „ Ja, ich bin Stinner, der Sohn von Laran, dem Wollhändler, mit dem Ihr manchmal Geschäfte macht. Ihr müsst mich wohl bei einem Handelsabschluss gesehen haben. Vater nimmt mich manchmal mit, damit ich seinen Beruf erlerne.“ Während er dies sagte, hoffte er, dass sie sich nicht wundern würde, was er hier in der Taverne machte und seinem Vater von ihrer Begegnung erzählen würde. Zu seiner Erleichterung nickte sie jedoch nur kurz und meinte: „Ach so. Na dann, einen guten Tag noch!“ Daraufhin ging sie zurück zu dem Tisch, an den sich der Rest ihrer Mannschaft hingesetzt hatte. Stinner verließ jetzt rasch das Gasthaus und machte sich auf den Weg in den Teil des Händlerviertels, in dem Thral wohnte. Er musste sich beeilen, denn die Sonne stand schon recht tief und er hatte seinem Vater versprochen vor dem Abend wieder da zu sein. Das Haus von Thral, zu dem sein Vater ihn geschickt hatte, lag in der Nähe des großen Markes von Werftheim. Auch Thral hatte vor seinem Haus einen Stand aufgebaut, an dem er seine Waren anbot. Als er Stinner, der inzwischen am Stand angekommen war, sah, fragte der Fleischhändler ihn: „Ganz schön spät dran heute, Stinner! So wie ich ihn kenne, wird das deinem Vater aber nicht gefallen, so wie er es hasst, wenn einer seiner Handelspartner sich verspätet oder seine Waren nicht rechtzeitig liefert. Na ja, wie kann ich dir helfen, mein Junge?“ „Mein Vater schickt mich wegen dem Lammfleisch, das er vor einer Woche bei dir bestellt hat. Das Schiff aus Sturmtal sollte mittlerweile angekommen sein.“, antwortete Stinner, ohne auf die Erwähnung seiner Vaters einzugehen. Der etwas beleibtere Händler antwortete daraufhin: „Ja, stimmt! Daran kann ich mich noch erinnern! Dein Vater scheint wohl eine wichtige Persönlichkeit zu erwarten. Er hat eine ganz schön große Menge meines teuersten Lammfleisches geordert! Wenn du mir die 6 Goldstücke gibst, hole ich es aus meinem Lager.“ Der Sohn des Wollhändlers antwortete: „Dein Fleisch wird ja immer teurer, Thral! Ich habe gehört, dass man in Andor diese Anzahl an Gold bekommt, wenn man einen Wardrak oder einen Troll tötet! So schwierig kann es doch nicht sein, das Fleisch von Sturmtal nach Werftheim zu transportieren!“ Bei diesen Worten verdüsterte sich Thrals Miene. Mit gesenkter Stimme verriet er seinem Gegenüber: „O doch, mein Junge, o doch! Und es wird immer schwieriger!“ Nach dieser unheilvollen Andeutung verschwand der Fleischhändler in sein Haus, um das bestellte Fleisch aus dem Lager zu holen. Nachdem er wieder vor seinem Laden erschienen war, drückte er dem Jungen wortlos den Leinenbeutel, in dem sich das fast frisch gepökelte Fleisch befand, in die Hand. Stinner verabschiedete sich noch kurz von ihm und machte sich dann eilenden Schrittes auf den Rückweg zum Haus seiner Familie, da die Sonne jetzt schon so gut wie untergegangen war. Ihr Haus war für einen eher mittelreichen Wollhändler wie Stinners Vater recht groß und prachtvoll verziert. Dies kam daher, dass sein Vater gute Beziehungen zu Harron, dem Oberhaupt der Gilde der Zimmerer und Miran, die das Gildenoberhaupt der Schmuckhandwerker, der einzigen Gilde Werftheims neben der der Seekrieger, in der Frauen Mitglied seien durften, war, hatte. Obwohl das Haus mit vielen verschiedenen sehr kunstvollen Ornamenten geschmückt war, war der größte Stolz seines Vaters eine Malerei, die die der großen Straße, an der das Haus lag, zugewandten Wand verzierte. Sie zeigte das Hadrische Meer mit seinen Inseln und die Wesen, die in ihm lebten. Nixen, Meerestrolle, Nerax, Arrogs und Seeriesen waren in die wogende Gischt des Nordmeeres gemalt worden. Der Teil des Wandfreskos, der Stinner am besten gefiel, war jedoch ein ganz anderer: Es war der Teil der Wassermassen, der sich zwischen Werftheim, oder wie man es früher nannte, Varatanien, und der riesigen Seefeste König Varatans, Klippenwacht, der Stadt, die einstmals „schönste Perle des Nordmeers“ genannt wurde und als das größte architektonische Meisterwerk nördlich der Hallen Caverns, des Fürstentums der Schildzwerge aus Andor, galt, befand. Von dem Künstler, der die wunderschöne Wandmalerei erschaffen hatte, war in diese Meerenge nämlich ein Schiff gezeichnet worden. Dieses Schiff war ein Schiff der Seekrieger, die in den Augen des Jungen heldenhafte Krieger, die seine Heimatstadt Tag und Nacht vor sämtlichen Gefahren schützten, waren. An Bord des Schiffes, der berühmten TAMBUR, Varatans Flaggschiff, nach dem immer noch jedes Flaggschiff der Seekrieger benannt wurde, standen, neben dem in vielen Liedern besungen Seekönig selbst, auch sein Freund Ruuf, der ebenfalls ein tapferer Seekrieger war und weitere Legenden aus den Reihen der Seekrieger, oder wie sie sich auch manchmal nannten, der Wächtergilde, wie zum Beispiel der kluge Narros, der während der Schlacht auf Narkon gefallen war, der starke Breend, der angeblich einst alleine und ohne Hilfsmittel einen Meerestroll besiegt hatte und doch dem vergifteten Schwert von Kargaz, dem ersten König der Nerax, zu Opfer gefallen war, und der listige Berater des Herrschers über Varatanien und Klippenwacht, dem Arranier Vellos. Sie alle kämpften in diesem Gemälde gegen die Mächte des Meeres, ungeheuer mächtigen Wesen, die das Befahren der See zusätzlich zu den naturgegebenen Widrigkeiten noch schwieriger machten. Diese drei Wesen, die Carrim, der Physikus Werftheims, der die Kinder der reicheren Familien Werftheims unterrichtete, manchmal Marekinai nannte, waren Arkteron, Oktohan und Kenvilar. Arkteron war der Herr der Stürme und hatte schon so manches Schiff in sein nasses Grab gebracht. Er glich einem Wirbelsturm mit der Gestalt eines riesigen humanoiden Wesens. Oktohan, der König der Tiefe, sah dagegen aus als sei er ein Verwandter des Krakenwesens, das sich angeblich in der Mine der Schildzwerge herumtrieb. Mit seinen langen Tentakeln hatte er schon viele Handelsschiffe bis auf den Grund der Tiefsee gezogen und ihre Besatzungen verspeist. Kenvilar jedoch war die Grausamste und Gefährlichste der drei. Sie konnte nämlich das Böse in jedem Menschen, dem sie begegnete wecken und diese für ihre eigenen Zwecke manipulieren. Aus diesem Grund wurde sie auch „die Tückische“ genannt und von allen Seeleuten gefürchtet. Vor langer Zeit hatte sie den arranischen Seekrieger Callem dazu gebracht, zu einem Seeräuber zu werden, indem sie seinen schon vorhandenen Zorn und seine Wut auf König Varatan und dessen Berater erkannte und um ein Vielfaches vergrößerte. So geschah es, das der einstige treue Seekrieger mit der „Schwarzen Kogge“, seinem schwarzen Schiff, einem Geschenk Kenvilars, und einer Besatzung aus verräterischem Diebesgesindel und mächtigen Schwarzmagiern, die Küsten der Nebelinseln für eine lange Zeit mit seinen Beutefahrten terrorisierte, bis Varatans Fluch ihm für immer das Handwerk legte. Der berühmtberüchtigte Seekrieger Ruuf, der auf diesem Bild versuchte Oktohans riesigen Tentakeln abzuwehren, war eine Art geheimes Vorbild für Stinner, da dieser insgeheim hoffte, wie einst auch sein Vorbild große Abenteuer zu erleben, die Nebelinseln zu beschützen und berühmt zu werden. Da Stinners Vater dies jedoch als sinnlose Träumerei abtat, gab er sich solchen Gedanken nicht oft hin. Nur wenn seine Eltern ihn losschickten um irgendwelche Dinge zu erledigen, besuchte er oft die Taverne, die sich angeblich an der Stelle befand, an der sich einst der Palast des Seekönigs befunden hatte, und deswegen „Varatans Thron“ hieß. Dort lauschte er den Geschichten der alten Seebären, die er, anders als Laran, nicht für saufende Nichtsnutze hielt und stellte sich vor, selbst solche abenteuerliche Dinge zu erleben. Zuhause erzählte er davon jedoch nichts, da sein Vater zu ausschweifenden Predigten neigte, wenn er davon hörte, dass sein Sohn wieder einmal den „Lügengeschichten alter Taugenichtse“ zugehört hatte. Er hoffte deswegen, dass Laran nicht von Mondrianne erfahren würde, wo sein Sohn den heutigen Nachmittag verbracht hatte. Als er Zuhause ankam, war die Sonne schon untergegangen. Ilvena, seine Mutter, wartete schon auf ihn: „Wo hast du dich denn schon wieder herumgetrieben? Komm rein, wir haben schon auf dich gewartet!“ Mit diesen Worten ging sie wieder zurück ins Haus. Während Stinner ihr folgte, bedauerte er die Tatsache, dass seine Mutter oft sehr gereizt war. Als sie die Wohnstube betraten, wartete der Vater des Jungen schon auf sie. Er saß in dem großen, mit Bärenfell gepolstertem Sessel, der für das Familienoberhaupt, also ihn, reserviert war. Laran fragte seinen Sohn vorwurfsvoll: „Warum hast du so lange gebraucht? Erzähl mir nicht, zu Thral zu gehen und dort ein paar Stücke Fleisch zu kaufen würde so lang dauern! Der Teil des Händlerviertels, in dem wir wohnen, liegt ja fast direkt neben dem Teil des Viertels, in dem die Fleischhändler und die Obst- und Gemüsehändler wohnen.“ Stinner druckste etwas herum und meinte schließlich: „Am Tag des Wochenmarkts ist in Werftheim eben sehr viel los! Ich habe es nicht schneller geschafft.“ Dies war nur eine halbe Lüge, da das Getümmel, dass in Werftheim jede Woche herrschte, wenn der Wochenmarkt in der Mitte des Händlerviertels stattfand, ihn tatsächlich etwas ausgebremst hatte. Was er jedoch sonst noch gemacht hatte erzählte er jedoch nicht, da er den Zorn seines manchmal wirklich sehr strengen Vaters nicht auf sich ziehen wollte. Dieser hatte bis jetzt nur irgendetwas vor sich hin gemurmelt und antwortete nun: „Dies akzeptiere ich, auch wenn ich der Meinung bin, dass dieser Einkauf deutlich schneller erledigt werden hätte können.“ Stinner war erleichtert, dass sein Vater ihm seine Ausrede geglaubt hatte und nicht der wahre Grund seiner Verspätung ans Licht gekommen war. Laran sagte nun, jetzt wieder in einem wohlwollenderem Ton: „Und jetzt gib deiner Mutter den Beutel mit dem gepökelten Lammfleisch, damit sie es in den Keller bringen kann, damit es so frisch wie möglich bleibt. Wir bewirten nämlich bald einen wichtigen Gast: Ratsherr Liven kommt zu Besuch und erwartet ein ihm gebührendes Mahl.“ Ratsherr Liven war der Bruder von Stinners Mutter und das Gildenoberhaupt der Wollhändler. Sein Vetter und guter Freund Jarvin war der Sohn des Ratsherren, der deutlich reicher als Laran war, und seiner Frau Rana, die aus Nordgard, der Hauptstadt der Insel Hadria, die auch die Insel der Zauberei genannt wurde, stammte. Nachdem Stinner Ilvena den Leinenbeutel gegeben hatte meinte sein Vater: „Und jetzt leg dich ins Bett! Es ist schon spät und morgen früh wollen wir schauen, ob Sarras´ Schiff endlich angekommen ist. Ich warte jetzt schon seit zwei Wochen auf seine hadrischen Bärenfelle!“

Endlich, endlich habe ich das erste Kapitel der Stinner-Vorgeschichte so weit digital fertig! :D :o Ich würde mich über Feedback zu diesem Text, der etwas länger als mein Mhourl-Text ist und außerdem diesmal eine andere literarisch Gattung.
LG
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PS:Gefällt euch die Vorgeschichte von Mondrianne und der CAPELLA (beide aus dem Bragor-Text von Gustav Peter Bartschat) ?
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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Merrik der Bewahrer » 27. Juni 2020, 08:47

Ich habe gerade noch ein paar Sinn-, Komma- und Rechtschreibfehler verbessert. Ich hoffe das jetzt alles richtig ist.
LG
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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Drukil » 27. Juni 2020, 09:19

Hi Merrik

Ich finde die Geschichte sehr gut 8-) Kommt später noch ein Zweiter Teil?
wen "ja" freue ich mich schonmal im voraus :D

LG
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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Merrik der Bewahrer » 27. Juni 2020, 10:16

Danke Für das Lob, Drukil
Ja, das ist das erste Kapitel von Stinners Vorgeschichte. Das soll eine Geschichte von der Größe her ähnlich wie WWs Feinde-Geschichte werden.
@Drukil Willst du eigentlich mal deine Geschichte/Geschichten (Gehört das mit Odavio, dem Krahder noch zur Drukil-Geschichte?) in einem Beitrag zusammenkopieren, damit sie nicht so unübersichtlich ist/sind?
LG
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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Drukil » 27. Juni 2020, 11:02

Hi Merrik

Merrik der Bewahrer hat geschrieben:@Drukil Willst du eigentlich mal deine Geschichte/Geschichten (Gehört das mit Odavio, dem Krahder noch zur Drukil-Geschichte?) in einem Beitrag zusammenkopieren, damit sie nicht so unübersichtlich ist/sind?


Ja, der Krahder gehört zur Drukil-Geschichte :)
ja, wenn ich fertig bin( braucht wahrscheinlich noch lange) hab ich vor alles zusammen in einen Beitrag zu tun. :P

LG Drukil
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