Zurück zur Taverne

Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Des Silberzwergs Sidirk lächerliche Geschichten

Beitragvon Wachsamer Waldläufer » 29. Februar 2020, 13:45

Vor langer Zeit war ich mal in Andor unterwegs, das muss schon so dreißig Jahre her sein, da war ich in der Taverne auf einen Schluck Bier
Natürlich hab ich Sidirk nicht abgekauft das er nicht mindestens ein ganzes Fass getrunken hat.
Auf jeden Fall bin ich dann auf einen Spaziergang in den Wachsamen Wald gegangen. Die Bewahrer haben mich gegrüßt und sich überschwänglich erfreut das ich da war. Nach einem kleinen Pläuschchen bin ich dann auf jeden Fall los, und du wirst es mir nicht glauben, aber ich hab einen riesigen schwarzen Wolf gesehen, auf dem eine Efenprinzessin geritten ist. Dann hat mich dieses verdammte Elfenweib gefangen genommen und mich in die Elfenstadt gebracht. Dort wurde ich in ein düsteres Verlies geworfen, obwohl ich nichts angestellt hatte!
Ausser, falls er wirklichb eine Elfin gesehen hatte, ihr verdammt schöne Augen und dumme Sprüche geschenkt. Zurückhaltung ist ja nicht eine von Sidirks besonderen Fähigkeiten.
Dann hat mich der Elfenkönig zu einer Audienz vorgeladen. Auf jeden Fall hat er dann so gesagt:"Du bist ein niederer Zwerg! Aber wenn du mir drei Fragen beantworten kannst, darfst du gehen." Ich war dann so voll auf schockiert, und er stellt mir dann einfach diese sau knifflige Frage:
Was geht morgens auf vier Beinen, Mittags auf zwei und Abends auf drei?
Dann ich so: Hey, Warum sollte irgendwer zwei Beine verlieren und dann eins dazu bekommen? Und er so : Und ich so:Scherz, der Mensch natürlich! Auf jeden Fall sagt er dann so: Was ist klein, grün und Dreieckig? Und ich brüll ihn dann so an dass dieser Depp mir gefälligst ordntliche Fragen stellen soll und nicht welche über kleine grüne Dreiecke oder große schwarze Schatten vom kleinen grünen Dreieck.
Auf jeden Fall hat er mich dann gehen lassen, und mir gesagt dass ich unbedingt wieder kommen soll.Und als ich dann zurück zur Taverne gegangen bin, seh ich so einen Gor, einen Skral, einen Nerax und einen dunklen Magier pokern. Da hab ich dann natürlich eine Runde mitgespielt, und dann bin ich in der Taverne übernachtet

Und die Moral von der Geschicht: gebt Sidirk spätabends Alkohol nicht.
Ob er tatsächlich Elfen gesehen hatte, ist ein Rätsel.

LG, WW
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Re: Sagen aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Wachsamer Waldläufer » 1. März 2020, 07:47

Nachdem ich keine Ahnung habe,was ich schreiben soll, erzähle ich hier nurmehr Geschichten über irgendwelche Monster. Die Bedrohungen aus dem Wettbewerb haben größtenteils keine ausführliche Hintergrundgeschichte, oder?

Fett: Erledigt

Greifen in Andor
Die Entstehung der Welt auf tulgorische Art
Der Elfenkristall
Die Elfen
Die Nebelinseln
Die Kreaturen (Was denkt sich eigentlich…das Volk Andors?)

Danke an alle die etwas genannt haben!
So das wär in Planung für die nächsten paar Tage. An die stummen Mitleser: Ich brauche Ideen… Sonst stirbt dieser Thread noch. Oder dieser Thread wird spontan umgebaut.

LG, WW
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Re: Sagen aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Brogg » 1. März 2020, 15:39

Hallo Wachsamer Waldläufer,
wie wärs mit der Entstehung der Kreaturen aus der Sicht von ungebildeten Bauern,
oder einer weiteren Nebelinsel die auf dem Nebel aufgetaucht ist.
Es gibt auch noch keine Geschichten über die Barbaren und den Bewohnern der Nebelinseln.

LG, Brogg :D
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Was denkt sich eigentlich das Volk Andors?

Beitragvon Wachsamer Waldläufer » 1. März 2020, 17:23

Die Kreaturen

Nun, vor vielen Jahren kamen nach einer langen Friedensperiode wieder wirklich viele Kreaturen ins Land. Zum Glück gab es die Helden. Sie bekämpften die Kreaturen und beschützten uns so gut es ging. Diese Kreaturen sind aber auch wirklich abscheulich! Einen Gor können wir zusammen schon erledigen, aber diese riesigen Skrale sind die schlimmsten! Bei dem Gesicht muss man sie eigentlich für strohdumm halten, aber die sind voll g'scheit! Und stark sind die auch noch! Ein Rätsel, wie ein Drache so unterschiedliche Kinder haben kann. Aber die furchteinflössendsten und stärksten sind die Trolle. Die stammen aber nicht von Tarok ab, meine Freunde, sondern der Hexer Nomion hat sie erschaffen! Ich glaub zumindest, das Gilda da mal was erzählt hat. Egal, solange die nicht mein Feld und meine Frau angreifen, ist mir egal wer ihre Eltern sind. Dan Nachbarn Danolf haben nämlich die Krahder die Frau und Kinder gestohlen! Da war er auf einen Besuch bei seinen verwandten in Werftheim und wenn er zurückkommt, ist seine Familie weg! Deswegen hat er sich auch vor einiger Zeit den Helden angeschlossen um die entführten zu retten. Recht hat er. Das hätt ich auch gemacht, ich musste mich aber um den Wiederaufbau unserer Katen kümmern. Er ist dann mit seiner Frau und den Kindern zurückgekehrt. Ich hab ihn überaschen wollen, er hat ja nicht gewusst das isch seine Hütte wiederaufbaun würde. Auf jeden Fall waren diese Krahder Riesengroß, da waren selbst die Trolle winzig. Die waren auch voll gruselig, mit lauter Totenköpfen und grauer Haut. Ich weiß echt nicht, warum jemand so etwas erschaffen sollte, die Bewahrer können nicht recht haben das Mutter Natur existiert. Aber diesem Nomion würd ich zutrauen, das er auch die Krahder erschaffen hat. Man muss doch schon relativ hohl sein, umTrolle zu machn, da hat er die Krahder sicher gleich mitgemacht. Aber welche Frau würde so 'nen Hohlkopf heiraten wollen?
Als letztes gibts noch die Wardraks, die sind blitzeschnell und schwarz wie die Nacht. Aber von denen gibts nur wenige, da streifen immer nur ein oder zwei herum. Ich hab gehört das's im Süden Wargors gibt, das hat mir Danolf gehört. Aber das halte ich für ein Gerücht, warum sollten ein Wardrak und ein Gor eine Beziehung haben? Die sind doch voll unterschiedlich.(erzählt vom Bauern Foster, Feld 40)

@Brogg
Wie findest du die umsetzung? Ich find meine Idee lustig, dass Tarok die Kreaturen erschaffen hat, und zwar als Vater… Seltsam, woher kommt das Gerücht das Nomion der Vater der Krahder ist? :D

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Re: Sagen aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Brogg » 1. März 2020, 18:08

Hallo Wachsamer Waldläufer,

nicht so schlecht der Bauern Tratsch :D .
Es würde mich nicht wundern wenn der Bauer den Schwarzen Herold als König der Kreaturen bezeichnen würde. :lol:

LG Brogg
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Re: Sagen aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Wachsamer Waldläufer » 1. März 2020, 19:16

Natürlich, der dunkle Herold ist der Erbe von Tarok. Laut andorischen Bauern der ältere Bruder der Kreaturen und Varkurs. Ich glaube nämlich auch, das Varkur Taroks Sohn ist und nicht Varkmars. :D
Hmmm, was von den fünf schreib ich morgen?

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Die Silberzwerge

Beitragvon Wachsamer Waldläufer » 2. März 2020, 15:17

Vor vielen hundert Jahren, als Andor noch als das Waldtal bekannt war, die Schildzwerge noch im grauen Gebirge lebten und die Krahder noch nicht mal Riesen waren, lebten im damals schon existierenden Land Tulgor zwei Völker: Die Menschen, also die Tulgori die vom Tulgorischen Rat regiert wurden, im Süden und Westen des Landes als Fischer und Hirten, und die Silberzwerge mit ihren Palästen im Osten beim Kuolema und im Norden an den steilen Klippen. Damals gab es eine Handelsverbindung zwischen der Winterburg, dem Herrschersitz der Schildzwerge, die damals noch den Namen Südzwerge hatten, und dem Steinernen Schloss, eine Feste der Nordzwerge im süden das Kuolemas. Diese Verbindung war die erste Zwergenstraße. Nun gerieten die beiden Zwergenkönige in einen Disput. Damals waren es noch Könige, mit vielen Fürstentümern. Aus dem Disput wurde der erste Krieg der jemals aufgezeichnet wurde. In diesem Krieg gab es nicht mal einen offiziellen Gewinner,den viele der Südzwerglichen Fürstentümer wurden zerstört, und die Nordzwerge verloren das Steinerne Schloss.

Die Nordzwerge hatten einen Friedensvertrag geschlossen, als ein Terrakinai im Kuolema auftauchte. Die Zwerge nannten sie Wurin'dagur, Unglücksbringer. dieser Wurin'dagur zerstörte etliche Städte der Nordzwerge. Schliesslich hatten die Nordzwerge nur mehr drei Fürsten: Fürst Silberhall den I. von den Nebelinseln, Fürst Kradur von den Ostminen und Fûürst Durech von der Hafenstadt Azanur. Die Nordzwerge begannen einen Krieg, denn keiner wollte die Krone an irgendjemanden verschenken. So verbündeten sich Silberhall und Durech gegen Kradur, doch als die Ostminen fielen,zerstörten drei Kriegsschiffe an einem Tag Azanur. Doch anstatt die Ostminen zu erobern, blieb Silberhall in seiner Mine in den Nebelinseln, und forderte nie sein Rechtmäßiges Erbe von den Menschen zurück.

Als die Schildzwerge das Waldtal Andor erreichten, schickte Silberhall der III. ein Handelsschiff nach ihnen und schloss Frieden. Dieser wurde nur durch den schrecklichen Drachen Tarok gestört. Als die Helden nach Silberhall kamen, wurde der Handel wiederaufgenommen, und Fürst Kram ließ Grom die Minen der Schildzwerge bewachen, während er mit den Helden die verschleppten Andori zurückholte.

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Re: Sagen aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Brogg » 2. März 2020, 16:12

Hallo,
hier ist eine Geschichte die in einem fernen Land zu hören bekam.

Einst als ich in einem fernen Land unterwegs war sas ich auf der Stadtmauer einer großen Stadt und beobachtete die Sterne am klaren Himmel da setzte sich ein Haradrim neben mich und sagte: "Die Sterne sind wie Edelsteine am Himmel sie leuchten wie die Fackeln der Zwerge." Er blickte gedankenverloren in den Nachthimmel und erzählte dann weiter: "Dort sieht man den West-Stern der immer über dem grauen Gebirge steht und dort ist der König der Haradrim. Er hatte einst alle Haradrim vereint und ein großes Reich geschaffen das sich vom Grauen Gebirge über die Wüste bis zu den weiten Grasländern des Ostens erstreckte. Er erbaute die Burg des Friedens und er festigte die Handelsstraßen." Nach einer Weile zeigte mein Nebensitzer mir noch die Schlange des Verderbens und weitere Sternendbilder.

LG Brogg
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Die Elfen

Beitragvon Wachsamer Waldläufer » 3. März 2020, 19:11

Die Waldelfen

Ungefähr als die Zwerge die Winterburg erbauten, erreichten die ersten Elfen die Wälder von Tulgor. Diese lagen südlich von Tulgor, und sie erstreckten sich weiter noch als Krahd nach Süden. Der Wald war im großen und ganzen in drei Teile geteilt: Der Gjilara im Norden, von einem Fluss namens Cvwer vom mittleren Teil, dem Tuzar, getrennt.

Nein, nur Elfen können Gjilara und Cvwer korrekt aussprechen, ihr seid nicht die einzigen.

Im Süden lag der Xsasax, der flüssig in den Tuzar übergang. Im Xsasax regnete es fast jeden Tag, und eine schwüle Hitze herrschte dort. Die Menschen nannten, aus mangel an anderen Worten, den Xsasax Regenwald.

Nun lebten seit beginn der Aufzeichnungen Fischer des Volkes der Elfen am Cver. Das erste größere Dorf war die Siedlung Quarea, wo vor allem Fischer und Holzfäller lebten.
Jahre zogen ins Land, und aus dem gefälltem Gebiet wurden Weidegebiete für Kühe und Schafe. Bald war Quarea eine florierende Stadt mit vielen Handwerkern, Bauern, Fischern und Holzfällern. Die Elfen waren eines der Fortschrittlichsten Völker auf der ganzen bekannten Welt. Unter den Elfen waren auch Zauberer, und das zeichnet die Elfen am meisten aus: Alle Elfen sind zu einem gewissen Grad magiebegabt. Was die Hälfte der Hadrier konnten, konnten alle Elfen, was mit Sicherheit zu dem gewaltigem Fortschritt den anderen Völkern gegenüber beitrug. Die Elfen beherreschten ausserdem zwei einzigartige Dinge: Das Fydaraye, das magische Erschaffen eines Paar Flügels zum Flug; und die Helle Magie. Die helle Magie benutzte vorhandene Energie, vermehrte und stärkte sie, doch zerstörte den Ursprung der Energie. Diese Gabe, eine Brücke aus Dunkler Magie und Zauberei, wurde nur bei wenigen Elfen jemals erworben und bei anderen Spezies nie.

So, nun aber speziell zu den Waldelfen. Es gab viele Elfen, die mit den Lehren und dem Leben in der Stadt Quarea nicht zufrieden waren, sie bevorzugten ein Leben im Einklang mit der Natur. Und so kam es ungefähr vierzig Jahre nach der Gründung Quareas (n.G.Q.), dass einige Familien gen Norden, in den Gjilara, reisten. im Gjilara wuchsen die Bäume hoch wie Berge, und die Elvae entschieden sich, Behausungen auf den Bäumen zu Bauen. So wanderte der Wohnraum der Gjilelvae (Elfen des Gjil/Gjilara) immer weiter nach oben. Selbst die Nahrung fanden die Gjilelvae in den Bäumen, und so wuchsen Generationen heran, die nie Erdboden unter den Füßen gespürt hatten.
Durch die Magie der Elfen konnten sie einen Palast in den Wipfeln der Mammutbäume erbauen. Riesige, verzauberte Plattformen trugen das Gewicht der Häuser der Gjilelvae. Die Gjilelvae wandten sich von der hellen Magie ab, zu unnatürlich und folgenhaft war ihre Anwendung.

Die Stadt hieß Darumir, und nur sehr wenige Menschen und Zwerge haben die Plattformen jemals zu Gesicht bekommen. Ungefähr 200 n.G.Q.
brach der Zwergenkrieg aus, um die Zeitrechnung zu vergleichen.

Teil 1 der Chroniken der Elfen

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Re: Geschichten aus Andor oder vom Rest der Welt

Beitragvon Butterbrotbär » 3. März 2020, 23:50

Wachsamer Waldläufer, deine Geschichten begeistern mich immer wieder aufs Neue – und nun ist Brogg ebenfalls eingestiegen! :P Da kann ich mich nicht mehr zurückhalten, auch einige mir bekannte Gerüchte zu verbreiten:


Ich hab sie gesehen! Ein Skralreigen! Ich schwör’s euch, ich hab den gesehen! Weit draussen im Rietlande war ich, alleine der Narne entlangschlendernd auf dem Nachhauseweg durch das helle Mondlicht – ich muss euch ja gar nicht erzählen, wie wild die Party in der guten alten Taverne diese Nacht war, ihr wart ja selbst alle dabei, ihr elenden Halunken! Also ging ich da diesem Fluss entlang, sturzbetrunken natürlich, und da erblickte ich im Licht des roten Mondes, dass das Graue Gebirge sich bewegte!
Zunächst dacht’ ich natürlich, ich spinne! Ich mein’, das Graue Gebirge steht da schon, seitdem Mutter Natur es als Keil zwischen diese guten Lande und das düstere Krahd getrieben hatte, und einen solchen Keil wird weder wanken noch weichen, egal, was geschieht, so sagten’s diese eitlen Gesandten der Bewahrer jedenfalls, wo sie unser Dörfchen besuchten, als ich noch ein kleiner Hosenscheisser war, und uns allen Wissen und Tugend übermitteln wollten. Diese armen Kerle, ihre Saat hat bei uns Haudegen kaum gefruchtet. Aber ich schweif’ ja mal wieder grandios ab!
Ach ja, das Graue Gebirge! Eben, ich sah mit meinen eig'nen Augen, wie der Gipfel des Skralbergs sich vor mir sich etwas in die Höhe erhob und wieder niedersenkte. Das haute mich glatt von den Socken, und so setzte ich mich auf meinen gepflegten Allerwertesten und staunte die riesigen Gesteinmassen vor mir an, die immer noch herumschwankten.
Nein, es war schon keine grosse Bewegung, aber dennoch deutlich wahrnehmbar.
Halt’s Maul, Mard, willst du mich etwa einen Lügner nennen?! Du bist mehr Trunkenbold, als ich es je sein werd’!
Jedenfalls näherte ich mich dem wogenden Grauen Gebirge, und da, an einer Flussböschung, erkannte ich ein Feuerchen. Und ihr kennt mich, ich bin immer zu haben für ein Feuerchen, am Feuerchen tun Gesellschaften ihr Innerstes kund, nichts Schlechtes hat je mit ’nem Feuerchen begonnen, bla bla bla, da nähere ich mich also diesem Feuerchen und den Personen, die im Kreis drum rumsitzen.
Gilda, Schätzchen! Haste noch ’n bissle vom Rachenputzer der Schildzwerge übrig? Ein halbes Mass gerne!
Also, diese Gestalten, die da im Kreis um das Feuerchen rumsitzen, ich näher’ mich denen, und mir bleibt fast die Spucke im Mund stecken, als ich erkenn’, was die sind: Das waren Skrale! Waschechte Skrale, einer neben dem anderen schön brav um dieses grosse Feuerchen rumsitzend. Nicht nur die Krieger, die unsereins des Nachts terrorisieren kommen, nein, auch ihre Frauchen und Kindlein, und, behüte mich, selbst eine grausige Skralhexe hatte sich an der Stelle breitgemacht.
Nun, zu diesem Zeitpunkt hatt’ ich natürlich schon mit meinem bescheidenen kleinen Leben abgeschlossen. Eine ganze Skralhorde, das überlebten nicht einmal die prächtigen Helden von Andor! Nicht persönlich gemeint, Eara, ich mag dich, aber das waren bestimmt zehn, zwölf, nein, einhundert grausame Skrale! Da hättest auch du nichts mehr ausrichten können.
Die blickten mich alle an, als wär’ ich ein Geist. Und das Wunder war, die haben mich nicht angegriffen, nicht mal angefaucht. Stattdessen klopfte so ein Wichtigtuer mit seinem Stab auf den Boden – was meinst du, Eara? Wen kümmert das schon, wie der Stab ausschaute, wie so 'n Zauberstab jedenfalls, mit so’n Paar Klunkerchen dran, auf die der geizige Garz ganz schön anspringen würde. Also ja, der klopft mit seinem Stab auf den Boden, und die Skralhexe, gebeugt und bucklig überragt’ die mich immer noch mindestens drei Köpf’, also, diese Skralhexe, die gebietet mir, näher zu treten.
Kann natürlich nicht Andorisch sprechen, das ungebildete Pack, aber mit ihren Armen und einigen grossen Gesten konnt’ dieses Ungetüm von ’ner Hexe sich schon verständlich machen. Ich hab’ natürlich schon die Gerüchte gehört über die Skralreigen, die des Vollmonds am Skralberg tagen, um Dunkle Rituale zu vollbringen, und ich wusst’ weit hinten in meinem sturzbesoffenen Hinterkopp sicher auch, dass sie in jenen Nächten ums Verrecken kein Blut vergiessen wollen, weil, wenn man den Geschichten Glauben schenkt, so kriegen die Skrale in diesen Vollmondnächten ihren dreckigen Nachwuchs, und ich mein’, wenn man diese Zeit der Geburt mit Kriegereien verbringt, so wird der Nachwuchs schwach und verkümmert, weil man von seiner Kriegskunst stiehlt, bla bla – aber hey! Ich weiss’ ja offensichtlich doch noch’n bissle was davon, was diese Bewahrer uns beibringen wollten!
Ja, natürlich ist das Quark mit Sosse, diese Skrale glauben doch absoluten Blödsinn, aber jedenfalls würden sie diese Nacht niemanden angreifen, auch nicht mich, ich war also vergleichsweise sicher, solange der Vollmond da stand.
Trotzdem schlotterte ich wie Eschenlaub, als ich mich denen näherte. Und angewidert war ich auch. Aber auch betrunken bis zum Gehtnimmer, also dacht’ ich, was solls, und setz’ mich zu diesen Kerlen ans Feuer. Die sitzen da rum und murmeln ’n bissle was, so’n kehliger Singsang halt, die alte Hexe am lautesten. Einige blinzelten mir entgegen und ich blinzelte zurück und einige starrten mich nur aus dem Augenwinkel an und nein wirklich, was mach’ ich eigentlich hier?! Ich konnt’ di ganze Zeit nur daran denken, was die Skrale dem armen Gerdan und seiner Familie angetan hatten. Da hatt’ ich mich schon anders besonnen und woll’t aufstehen und mich wieder vom Acker machen, Dunkle Hexerei war das, was die da taten, Dunkle Hexerei, das sag’ ich euch, aber als ich Anstalten machte, aufzustehen, packte mich einer dieser sitzenden Grobiane mit einer seiner dreckigen Tatzen an der Schulter und zog mich wieder nach unten! Die wollten nicht, dass ich abhaute! Da fiel mir das Herz schon ’n bissle in die Hose. Ich wusst’ ja nicht, was für’n Ritual so’n Skralreigen abhält und ob die dafür Opfer brauchen oder so. War mir aber sicher, dass sie mich nicht einfach nur in den Kreis eingeladen hatten, um mir ihre Kultur oder so zu präsentieren, die geben ja nicht viel auf Menschen, ausser als Futtterquelle.
Was? Eara, ich konnt’ doch nicht auf ihre Kleidung achten, ich war zu sehr um mein Leben besorgt! Bei meiner Seele, ich werd’ im Moment, wo Gevatter Tod seine Flügel über mich ausbreitet, seinen Schwanz um mich windet, mich zu seinem Gesicht hochhebt und mich mit seinem Feuerstrahl versengt, in dem Moment werd’ ich mich nicht gross darum kümmern, ob’s n grossen Unterschied zwischen den weiblichen und männlichen Skralen gab, Schande über mich! Ja, ’n paar hatten einfach Kindlein auf den Knien sitzen, und sahen weniger kriegerisch aus, da dacht ich nur... egal, weiter jetzt!
Ich sitz’ da also vor mich hin, umgeben von gruseligen Skralen, und mal mir aus, was die mit mir anstellen werden, sobald die Sonne aufgeht und ihre Vollmondnacht des Friedens vorbei ist, da hör’ ich ein Rummeln vom Skralberg, dann kam das näher, und dann flammte das Feuer plötzlich doppelt und dreifach auf, und kein Scherz, ich konnt ’n Gesicht darin erkennen, das grinste bösartig in die Runde.
Die Skrale jubilierten, und einer von ihnen stand auf und rief was, das wie „Darakinai“ klang. Er griff nach einem durchlöcherten, prall gefüllten Sack, welcher neben ihm stand, und zog einen riesigen Säbelfisch hervor, präsentierte ihn stolz den Anwesenden, und warf ihn dann ins Feuer, wo dieser riesige neu erschienene Feuergeist stand. Ich beobachtete, wie der silbrig glänzende Fisch vom Feuer verzehrt wurd', und der Feuergeist noch stärker grinste. Dann – mir fielen die Augen fast aus’m Kopf – krabbelte aus dem Feuer ein klitzekleiner Skral hervor, der in die Runde starrte und seine Zähne bleckte. Sofort sprang der Skral, der den Fisch ins Feuer geworfen hatte, auf, und schnappte sich das kleine Wesen.
Als wär’n Bann gebroch’n worden, standen noch viel mehr Skrale auf, und sie alle griffen in Säcke, die sie mitgebracht hatten, und warfen Fische, Eidechsen, Vyperas, behüte, sogar einen Hund glaube ich geseh’n zu haben! Also eben, sie warfen diese toten Tiere ins Feuer und kaum hatten die das Feuer berührt, krabbelten weitere kleine Skrale aus den Flammen des Feuergeists hervor und stürzten sich in die Menge. Die erwachsenen Skrale schnappten sich die Kinder, wo sie konnten, und brüllten und tanzten ausgelassen – ein Wunder, dass im Dorf auf der anderen Seite des Hügels nicht alle Bewohner senkrecht auf ihren Matratzen standen, mich hätte das Gejohle bestimmt aus dem Federn geholt. Aber dort drüben tat sich nichts, und die Skrale wurden immer wilder, und einige hauten einander und auch mir ihre Pranken auf den Rücken, und die Kindlein wurden in die Luft geworfen, und ich, mir wurde speiübel, weiter zuzusehen, darum schlich ich mich so leise ich konnte rückwärts aus der Masse raus. Die waren inzwischen so ekstatisch, die achteten nicht mal auf mich! Viele hatten sogar ihre Augen geschlossen und schmusten mit den kleinen Skralbalgen, die aus’m Feuer traten.
Dann war ich raus aus der Menge, und ich nahm meine betrunkenen Beine in die Hand, und torkelte, nein, rannte so schnell ich nur irgendwie konnte den bemoosten Hügel hinunter, zur sicheren Narne, weg von den Skralen, weg von diesem höllischen Skralberg.
Ich war kaum ’n Dutzend Schritt vom Lager entfernt, da tönte ein langgezogenes Kreischen hinter mir. Als ich mich umgedreht hatt’, sah ich nur, wie die Skralhex’, diese verfluchte Skralhexe, mir nachstarrte und auf mich zeigte, die langen Arme ausgestreckt, den Kiefer zu diesem schauderhaften Schrei geöffnet, der durch Mark und Bein ging. Und der Feuergeist, der hörte auf, Skralkindlein auf die Lande loszulassen, und hob ab von seinem Lagerfeuer, setzte sich in Bewegung und huschte über das trockene Gras hinweg auf mich zu, riesig, feurig heiss, und Zeter und Mordio spuckend. Die Skrale wollten mich doch noch als Opfergabe nutzen, ich hatt’s ja gewusst!
Doch der Feuergeist war nicht schnell genug. Es gelang dem feurigen Biest zwar, mich einzuholen – guckt ma’, die Brandnarben auf meinen Arm, die wird’ ich meiner Lebtag nimmer loswerden – aber kaum hatte der Geist mich erreicht, so war ich nah genug am rettenden Ufer, und ich warf mich in die Fluten der Narne, betend, dass ich keine Klippe treffen möge.
Ich klatschte hart auf’m kalten Wasser auf, und ging schon in den ersten paar Schwimmzügen beinahe unter – jetzt wünscht’ ich mir, einer der edlen Herren der Rietburg zu sein, die sich’s leisten können, in der Freizeit schwimmen zu gehen. Ich, ich konnt’ nur angestrengt strampeln und ich hatt’ schon zum x-ten Mal in dieser Nacht mit meim armselgen Leben abg’schlossen, da sank ich zum Grunde der Narne wie’n Stein.
Doch die Flussgeister und vielleicht sogar der grosse Arkteron höchstpersönlich müssen mir huldig gewesen sein, denn ich wurd’ wieder hochgehoben, und der Fluss spuckte mich auf der anderen Uferseite aus, weg von dem Skralreigen, weg von dem tobenden Feuergeist, weg von dieser grusligsten aller Begegnungen, die ich je in meim ganzen Leben erlebt hatte.
Nein wirklich, ich sag’s euch, die G’schichte stimmt. Was für’n Grund hätt’ ich, mir so’n verstörenden Quatsch auszudenken?! Ich hab den Skralreigen gesehen! Den Skralreigen! Und so warn’ ich euch jetzt, sodass ihr euch meine Worte für immer merken sollet: Wenn der Vollmond scheint über dem Lande Andor, so meidet den Skralberg. Meidet den Skralberg, wenn euch euer Leben lieb ist!
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