Zurück zur Taverne

Abenteuer Andor and Der Feuerschild MP3 as text

Abenteuer Andor and Der Feuerschild MP3 as text

Beitragvon BWT » 25. Mai 2017, 21:40

Hello, dear Andori!

Could please tell me, is it possible to get MP3's about Abenteuer Andor and Der Feuerschild as text?

Unfortunately, I can't translate audio :oops:

I'm talking about these:
http://legenden-von-andor.de/abenteuer- ... ssung-mp3/
http://abenteuer-andor.de/der-letzte-der-vier-schilde/

Thank you in advance for answers!
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Re: Abenteuer Andor and Der Feuerschild MP3 as text

Beitragvon Zweiklinge » 26. Mai 2017, 08:28

Hello BWT

here are the text of the both articles in german.



Der Feuerschild

Wie die meisten von euch wissen, wurden die mächtigen vier Schilde vor Urzeiten von dem äußerst geschickten Schildzwerg Kreatok und dem jungen Drachen Nehal geschmiedet. Es war Nehals Drachenfeuer und Kreatoks Kunstfertigkeit, die solche Wunder entstehen ließen. Natürlich mag es in heutiger Zeit seltsam anmuten, dass ein Zwerg und ein Drache gemeinsame Sache machten. Doch beide Völker waren in jener Zeit, wenn auch nicht befreundet, so doch zumindest im Bunde. Anderen Völkern, wie Riesen, Trollen und Erdgeistern standen beide weniger wohl gesonnen gegenüber. Die Schilde erregten viel Aufsehen. Der Sternenschild, der Bruderschild, der Sturmschild und zu guter Letzt der … manche nannten ihn den Dunkelschild, weil er das wohl dunkelste Kapitel der Schildzwerge eröffnete. Aber als Kreatok und Nehal ihn schufen, tauften sie ihn den Feuerschild. Neugierig und erwartungsvoll kamen die Zwerge und auch manch ein Drache, um die Fertigstellung dieses neuen Wunderwerkes zu begutachten. Der Schild war schwarz, matt schimmernd wie Samt und mit wenigen Ornamenten an den Rändern. Kreatok legte den Schild an und plötzlich breiteten sich Flammen um ihn aus. Nicht rot, sondern schwarz und silbrig. Nehal, der Drache schrie auf, denn das Feuer breitete sich rasch aus und versengte seine Flügel. Wie konnte das geschehen? Nichts konnte einen Drachen verbrennen, nichts brannte heißer als Drachenfeuer. Nehal floh vor seinem alten Freund, der ihn offensichtlich betrogen hatte. Auch die Zwerge stürmten schreiend aus der alten Felsenhalle. Doch manch gescheiterer unter ihnen begann zu jubeln. Denn jene hatten erkannt, dass dieser Schild eine unglaubliche Waffe war. „Schwarzes Feuer!“, rief einer von ihnen hysterisch. Dann, verschanzt in einem Türeingang betrachteten sie das Feuer gierig und fasziniert. In dessen Mitte stand Kreatok, lachend und singend. Denn ihm allein schienen die Flammen nichts anhaben zu können. Der Schild in seiner Hand schützte ihn. Die wenigen Drachen, die anwesend waren, und das Schauspiel erschreckt verfolgt hatten, wollten ebenfalls fliehen. Doch nur einer von ihnen entkam den Flammen und floh in einen langen Gang. Es war der schlauchartige Gang, den die Zwerge Baratrum nannten, die Lunge von Cavern. Der Drache schraubte sich in Spiralen in Baratrum empor. Gleichzeitig drang er mit seinem Geist in Krahal ein, dem magischen Ort, an dem das Bewusstsein aller Drachen liegt. „Verrat!“, schrie er und berichtete, dass der letzte Schild der Zwerge nichts anderes als eine Kriegserklärung an alle Drachen war. Die Drachen horchten auf und im Kollektiv ihrer Gedanken mischte sich Zorn und Furcht vor diesem schwarzen Feuer der Zwerge. Der junge Drache selbst forderte seine Artgenossen zum schnellen Vernichtungsschlag gegen die Schildzwerge auf, ehe sie mehr dieser gefährlichen Waffen erschaffen würden und die Drachen stimmten zu. So entflammte der unterirdische Krieg zwischen Schildzwergen und Drachen, in dem beide Völker nahezu ausgelöscht wurden. Dieser Krieg wurde nie beendet. Erschöpfung der Kräfte auf beiden Seiten führten zum Stillstand, in dem die Schildzwerge sich langsam erholten. Die letzten Drachen allerdings starben oder versteinerten mit den Jahren. Nur bei einem von ihnen, dem jungen Drachen, der die Kraft des Feuerschildes mit eigenen Augen gesehen hatte, erlosch die Flamme des Zorns nie. Er wuchs in den Jahren des Krieges und wurde mächtiger denn je. Fast so, als ginge die Kraft aller Drachen in diesen einen über. Sein Name war Tarok.
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Re: Abenteuer Andor and Der Feuerschild MP3 as text

Beitragvon Zweiklinge » 26. Mai 2017, 08:29

Abenteuer Andor

Es herrschte Königsfrieden in Andor, als Eara, die Zauberin, einen Hilferuf aus dem fernen Hadria, ihrer Heimat erhielt. Alle Helden brachen in den hohen Norden auf. Alle? Nein. Nicht alle. Denn Kram der Zwerg wurde nach dem großen Kampf um Cavern zum neuen Fürsten der Schildzwerge ernannt und musste zurückbleiben. Sein Volk hatte stark unter der Schlacht gelitten. Und noch ein weiterer Held verließ Andor nicht. Einer, der kaum in Erscheinung trat und dem es nicht nach großen Ruhmestaten verlangte. Ein Eremit, der nur selten die Gesellschaft anderer suchte. Orfen, der Wolfskrieger.
Der Königsfrieden indes wurde gestört. Gerüchte von verschwundenen Bauern im östlichen Rietland und von wilden Wölfen an den Ufern der Narne gingen um. Führerlose Fischerboote trieben die Narne hinunter.
Gilda, die Wirtin der Taverne von Andor wusste sich nicht anders zu helfen und bat Orfen und viele tapfere Andori um Beistand. Eines Abends im März trafen sie in der Taverne zum Trunkenen Troll zusammen und berieten, was zu tun sei. Orfen erzählte von seinem geheimen Auftrag, den letzten Schild der vier mächtigen aus alter Zeit für Fürst Kram zu finden. Kram werde nicht von allen Schildzwergen akzeptiert. Als er gerade weiter ausführen wollte, welche Wirkung sich Kram von dem vierten Schild versprach, platzte ein schwer verwundeter Bauer in die Taverne. „Es sind… es sind zu viele. Sie… sie … die Wölfe“, stammelte er. Dann brach er zusammen. „Helft ihm!“, rief Tarkan der Waldfaun und andere stimmten mit ein. Doch alle Hilfe kam zu spät. Der Bauer war tot. Entsetzen lähmte die versammelten Andori. Doch bald darauf untersuchten sie die Leiche und fanden Hinweise darüber, wo er herkam und wovor er sie hatte warnen wollen. Orfen wollte sich auf den Weg machen, um ihn zu seiner Familie zu bringen und würdig zu bestatten. Indes würden Nick, Mjölnir und Antigor ausgesandt, um mehr über das Schicksal des Bauern zu erfahren. Jeder für sich machte sich auf den einsamen Weg.
Düsteres erlebten die drei ausgesandten Andori. Eine verlassene Höhle voller Menschenknochen. Angriffslustige Wölfe und eine seltsame Botschaft, die vielleicht von der Hexe Reka stammte. Doch das Rätselhafteste fand Antigor. Eine Brosche mit der Sternblume von Andor darauf und einer eingravierten Eins auf der Rückseite. „Eine Heldenbrosche ist das, wie sie einst König Brandur verlieh.“, ließ Orfen die versammelten Andori einige Tage später wissen, als die drei wiederkehrten und von ihren Aufträgen berichteten. „Auch Chada, Thorn, Eara und Kram tragen solche. Doch wem diese hier gehört, kann ich nicht sagen. Melkart, der oberste Priester am Baum der Lieder wird es vielleicht wissen.“ Und so nahm Sachensucher noch einen großen Schluck seines Lieblingsgetränkes und verließ das Rietland Richtung Baum der Lieder. Melkart erkannte die Brosche. „Die Eins gehört zum ersten Helden von Andor. Das war natürlich der Schwertmeister Harthalt. Er war groß, sehr kräftig und ein geschickter Kämpfer mit scharfem Schwert und schwarzem Schild. Tapfer focht er in allen drei Trollkriegen und in der grässlichen Flussschlacht. Über letzteres erfährt man freilich mehr im Lied vom Blutstrom.“
Sabrina hatte sich indes erboten, den König auf der Rietburg aufzusuchen und von den gefährlichen Wölfen zu berichten. Doch im Thronsaal traf sie nicht auf König Thorald, sondern auf Ken Dorr, der nun Statthalter des Königs war. Thorald selbst war zur Wolfsjagd ausgeritten, denn die Gerüchte um die wilden Wölfe hatten die Rietburg längst erreicht. Als Tarkan, der Waldfaun und Taiga, die Sandkatze den Hinweisen folgten und endlich den Wolfskrieger wiedertrafen, begann Orfens größtes Abenteuer. Denn er wollte die Unschuld der Wölfe beweisen, indem er die wahren Übeltäter fand. Schreckliches musste er am Ende dieses Abenteuers erleben. Doch wird dies an anderer Stelle berichtet.
In allem schien Reka, die Hexe der wichtigste Schlüssel zu sein. Sie allein schien zu wissen, was im Lande vor sich ging und was es mit Harthalt und dem letzten der vier Schilde auf sich hatte. Und es war Floh, der endlich ihre geheime Botschaft entschlüsselte. Die Spur führte zur Tavernenparty.
Tavernenparty? Ja. Das Volk der Andori war nicht nur tapfer und zäh. Sie bewahrten sich über dies die Fähigkeit, auch in dunklen Zeiten die Glut der Hoffnung nie ausgehen zu lassen. Und so trafen sich an einem herrlichen Samstagnachmittag im April viele Andori von nah und fern. Dort feierten sie und erzählten einander so manche spannende Legende. Doch mitten in die Feierlichkeiten platzte unangekündigt der Bote des neuen Regenten. Durstig von der langen Reise war er und verlas Ken Dorrs düstere Erlasse. Jene Erlasse, die noch schlimme Folgen haben sollten.
Zum Glück wurde auf der Tavernenparty auch der letzte Hinweise zu Rekas Versteck gefunden. Jaksa und Darwin traten daraufhin den einsamen Weg an und fanden schließlich die alte Hexe. Sie erklärte, dass es die Krahder waren, die nun ins Land kamen und die Bauern raubten und töteten. Sie selbst hatte einen Bauern zur Taverne geschickt um die Andori vor den Krahdern zu warnen und um ihnen zu sagen, dass die Wölfe unschuldig seien. Jetzt erfuhr sie, dass der Bauer in der Taverne gestroben war, ehe er seine Botschaft hatte überbringen können. Vielleicht hatten die Krahder ihn auf dem Weg erwischt. Bald schon würden sie über ganz Andor herfallen. Über den vierten Schild wusste Reka ebenfalls etwas zu berichten. Denn es war tatsächlich Harthalt gewesen, der diesen dunkelsten der vier mächtigen Schilde getragen und später dann versteckt hatte. Die gefundene Brosche könnte der Hinweis auf das Versteck des vierten Schildes sein.
Reka gab den Andori einen letzten Rat. „Die Helden, die weit im Norden weilen, müssen nun zurückkehren. Sie dürfen keine Zeit mehr verlieren.“
Und so endet Abenteuer Andor und dunkel sind die Tage nun geworden. Wir alle müssen auf der Hut sein und es gäbe wenig Grund zur Hoffnung, wenn uns nicht plötzlich folgende Botschaft erreicht hätte: Chada und Thorn sind auf dem Weg zurück nach Andor.
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Re: Abenteuer Andor and Der Feuerschild MP3 as text

Beitragvon BWT » 26. Mai 2017, 11:57

Huge thanks, Zweiklinge!!!!

I will read it myself and also translate to Russian for all russian Andor fans!
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Re: Abenteuer Andor and Der Feuerschild MP3 as text

Beitragvon BWT » 2. Juni 2017, 19:49

Could I also ask for text of "Der Statthalter von Andor"?

I'm sorry for inconveniences, but it's the last piece of information, that I can't acquire to compose and translate full "Andor Story" document for russian fans.

http://abenteuer-andor.de/an-der-rietburg/

Thank you very much!
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Re: Abenteuer Andor and Der Feuerschild MP3 as text

Beitragvon Zweiklinge » 3. Juni 2017, 06:45

Hello BWT

Here`s the text, you where asking for. :)

Ken Dorr stand auf Brandurs Turm, dem Aussichtsturm der Rietburg. Er fror. Denn der Winter hatte das Land Andor noch nicht ganz aus seinen eisigen Klauen entlassen. Und Kens Umhang war nur aus feinem, dünnen Samt gefertigt. Er hätte längst wieder zurück in den Thronsaal kehren sollen. Doch er konnte sich nicht von dem Anblick lösen, der sich ihm bot. Seit einiger Zeit stand er hier und sah zu, wie sich die schlimmste seiner Befürchtungen als grausame Gewissheit erwies. Bis vor wenigen Stunden hatte er gehofft, dass sich die Gerüchte, wie so häufig, als unwahr erweisen würden. Er hoffte, dass seine Mitstreiter genau die Art Feiglinge waren, für die er sie hielt. Und dass sie ihre Treulosigkeit unter dem Deckmantel von Lügen und Übertreibungen verbergen wollten. Treulose Feiglinge waren sie tatsächlich. Daran hatte Ken keinen Zweifel. Doch hatten sie in diesem Fall die Wahrheit gesagt. Sie alle waren geflohen und er war allein. Ken sah, wie sich eine ungeheure Streitmacht der Burg näherte. Ken war kein Held, kein Krieger und kein Feldherr. Er konnte nicht einschätzen, wie groß die Armee war. Er sah nur, wie sie sich wie ein großer grauer Wurm über die weite Ebene des Rietlandes wälzte. Er konnte auch keine Details erkennen. Doch zweifelte er nicht daran, dass seine Leute auch hierin nicht gelogen hatten. Der große Teil dieser Armee bestand aus Toten. Graue Skelette, die man nicht mehr töten und deshalb auch nicht aufhalten konnte. In den Augen ihrer Schädel glommen violette Flammen. Letzteres mochte vielleicht gelogen und der Fantasie seiner Kundschafter geschuldet sein. Ken wusste es nicht. Doch er wusste, wer sie anführte. Es waren die Krahder, riesenhafte Wesen, Hexer und Sklaventreiber. Sie kamen aus dem Süden, dem Lande Krahd und holten sich nun zurück, was ihnen gehörte. Den einst war der junge Sklave Brandur mit einer kleinen Schaar Unfreier vor ihnen und ihrer Herrschaft geflohen. Er gründete das Land Andor und wurde der König eines kleinen Volkes. Er war der Erbauer der Rietburg, jener Burg, auf der Ken Dorr nun fror und von deren Aussichtsturm er seinem nahenden Tod ins Auge sah. Tod? Nein. Die Krahder wollten die Andori nicht töten. Ihr Ziel war es, frische Sklaven zu fangen. Jahrelang hatten sie sich nicht gerührt. Denn das Land Andor war lange Zeit als die Heimat eines mächtigen Drachen und übler Kreaturen bekannt. Wahrscheinlich hatten die Krahder daher nicht einmal gewusst, dass Brandur und die anderen Sklaven überlebt hatten. Und das Andor überhaupt existierte. Doch irgendwann mussten sie davon auf geheimen Wegen Kunde erhalten haben. Auch vom Tod des Drachen durch die Helden von Andor mussten sie irgendwie erfahren haben. „Die Helden von Andor“, schnaubte Ken Dorr und sein Atem dampfte in der kalten Luft. Die Helden waren ein bunt zusammengewürfelter Haufen gewesen. Ein Krieger aus dem Rietland, eine Bogenschützin aus dem Wachsamen Wald, ein Zwerg aus den Tiefminen und eine Zauberin aus dem fernen Land Hadria. Sie alle waren nun nicht mehr da. Sie waren einem Hilferuf aus dem hohen Norden gefolgt. Ken Dorr war von niedriger Geburt, war schon früh aufgrund von unzähligen Missetaten aus Andor verbannt worden und Jahre später unerkannt wiedergekehrt. Er war stolz auf seine Schläue und darauf, wie weit er es gebracht hatte. Brandur war im selben Jahre wie der Drache gestorben und dessen Sohn und Thronfolger Thorald war ein Narr gewesen. Ken Dorr hatte sich dem jungen König als Berater angedient. Thorald mochte ein Narr gewesen sein, doch hatte Ken Dorr den Grund für seine Narrheit erkannt und sich zu Nutze gemacht. Thorald hatte stets seinem Vater nacheifern wollen. Und in dem Bestreben, ebenfalls etwas Herausragendes zu leisten, etwas, das einer Erwähnung in den Legenden von Andor würdig wäre, stolperte er von einer Torheit in die nächste. Doch ein kluger Mann wie Ken Dorr wusste daraus Vorteil zu ziehen. Er gewann das Vertrauen des jungen Königs, indem er ihm Ziele gab, die nicht einmal er verfehlen würde. Schnell wurde Ken Dorr der beliebteste Untertan Thoralds. Der Thronerbe Andors neigte auch dem Weine zu. Ein Laster, das Ken Dorr geschickt förderte. Und als Thorald eines Tages die wichtige Entscheidung fällen musste, ob die Helden das Land verlassen und dem Land Hadria im Norden zu Hilfe kommen durften, kam Kens großer Moment. Es war ein leichtes gewesen, dem König einzureden, dass er selbst viel mehr Beachtung und Liebe in der Bevölkerung genösse, wenn die Helden erst fort wären. Sie und ihr übertriebener Heldensinn stellten ihn ständig in den Schatten. Der Prinz gehorchte seinem guten Berater. Als die Helden das Land verlassen hatten, konnte Ken Dorr aus dem Schatten treten und die Früchte seiner Arbeit ernten. Denn auch in der Sache mit den Schilden hatte er sich durchgesetzt. „Ah, die mächtigen vier Schilde aus alter Zeit“ grunzte Ken. Jeder dieser Schild barg eine besondere Kraft. Den Helden von Andor war es gelungen, zwei von ihnen zu finden und sie König Thorald zu übergeben. Und als in Friedenszeiten die Schildzwerge die Rückgabe der Schilde forderten, hatte Ken Dorr Thorald bewegt, die Schilde zu behalten. Sie hatten dem König wenig genutzt, denn auch er war vor einigen Monaten gestorben. Und Ken Dorr hatte diesen Tod verschuldet. „Gerüchten nach seien Wölfe an Angriffen auf die Bauern des Rietlandes schuld gewesen“. Ken hatte diese Gerüchte zu Wahrheiten erklärt und den jungen König auf eine Wolfsjagd geschickt, um seine Untertanen für ihn einzunehmen. Er hatte ihm auch einige seiner Männer mitgegeben. Sie hatten den geheimen Auftrag, falls die Wölfe es nicht schafften, den König zu töten, am Ende fern von der Burg den König selbst zu meucheln. Die Idee war gut. Denn niemand würde einen Mord vermuten und stattdessen die Wölfe dafür verantwortlich machen. Der Plan war perfekt aufgegangen. Obwohl der verdammte Wolfskrieger namens Orfen kurz nach dem Mord aufgetaucht war und beinahe Kens Leute gesehen hätte. Seit Thorald Tod fungierte Ken Dorr als Statthalter. Solange, bis er sich nach Ablauf eines Jahres, in dem niemand sonst die Königswürde in Anspruch nahm, selbst zum König krönen würde. Im geheimen trug er bereits die Rietgraskrone und er hatte zwei der mächtigen vier Schilde in seinem Besitz. Ja. Diese Schilde waren nun seine letzte Hoffnung. Der Gedanke daran verlieh ihm neue Kraft, während er gleichzeitig beobachtete, wie die Streitmacht der Krahder den alten Wehrturm umspülte wie Wasser ein Fels in der Brandung. Beide Schilde befanden sich noch immer hier. Mochten ihn seine Mitstreiter auch längst verraten haben und geflohen seien. Mochte sich auch ein Heer von Skeletten seiner Burg nähern. Er hatte zwei der mächtigen Schilde. Sie waren sein Schutz. Mit einem Ruck löste er sich vom Bild der herannahenden Krahder. So schnell er konnte rannte er die hölzerne Brücke entlang, die direkt zum Thronsaal führte und bald darauf, in der Halle des Königs angekommen, verschwand er hinter dem hölzernen Thron. In einer Vertiefung, verborgen unter einer geheimen Klappe im Boden, lagen die wertvollen Schilde versteckt. Da war zuerst der Bruderschild, rotgolden glänzend mit den eingravierten Händen im Schildbuckel. Dieser Schild hatte die Fähigkeit, die Stärke eines Freundes oder Waffenbruders anzunehmen. Ken legte den Schild an, hob ihn hoch über sein Haupt und atmete tief durch. Angestrengt versuchte er an einen Waffenbruder, einen Freund oder einen Mitstreiter zu denken, der ihm seine Stärke leihen würde. Es verging ein langer, langer Moment. Sein Atem wurde schwer. Doch noch immer war da kein Gesicht vor seinem inneren Auge erschienen. Kein Waffenbruder, kein Freund, kein Mitstreiter. Zornig warf er den Bruderschild zur Seite, der scheppernd über den Steinboden schlitterte. Ihm wurde bewusst, dass dieser Schild für ihn völlig wertlos war. „Ha der Bruderschild. Wer braucht den schon. Der geringste der Vier ist er. Das wussten schon die Zwerge. Der Sternenschild aber…“ und er wandte sich wieder der Klappe hinter dem Thron zu „dies ist der Mächtigste von allen. Mit ihm lässt sich das Schicksal zum Guten wenden.“ Er nahm den Schild auf. Golden schimmerte der Stern auf dem himmelblauen Schild. Kens Gedanken begannen erneut zu rasen. Er suchte nach einem glücklichen Ausgang der Situation. Etwas, dass er dem Schild befehlen konnte. Vor seinem inneren Auge sah er, wie er die wenigen Kämpfer auf der Rietburg in die Schlacht gegen die Krahder aussandte. Sie kämpften tapfer und fielen in allen Ehren, während er sie von Brandurs Turm aus befehligte. Doch der Schild an seinem Arm blieb stumm. Kein magisches Glühen, kein metallisches Summen ging davon aus. Ken versuchte es erneut. Schweiß stand ihm nun auf der kalten Stirn. Er schloss die Augen und sah, wie er unbemerkt an den Krahdern vorbeischlich und ins Freie trat, während die anderen Andori gefangen wurden. Er blinzelte vorsichtig. Doch noch immer hatte sich der Sternenschild nicht verändert oder auf seinen Befehl reagiert. Ken Dorr war kein Dummkopf. Er begriff nun, dass jeder Ausgang der Situation, der ihn, den Dieb und Mörder verschonte, aus Sicht des Schildes nichts Gutes an sich hatte. Das Schicksal Andors wurde nicht besser, wenn jemand wie Ken Dorr den Krahdern entkam. Die Erkenntnis traf ihn bleischwer. Er ließ den Arm sinken und der Sternenschild glitt ihm aus der Hand. Dann schüttelte es ihn heftig, denn ein dumpfes Hämmern, viel zu laut und viel zu nah hatte ihn erschreckt. Sie waren da. Sie hatten die Burg erreicht. Ken war kein Held, kein Krieger und kein Feldherr. Er wirbelte herum und huschte zu der Vertiefung hinter dem Thron und schloss die Klappe.
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Re: Abenteuer Andor and Der Feuerschild MP3 as text

Beitragvon BWT » 3. Juni 2017, 18:59

Thank you, Zweiklinge, very much again!
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Re: Abenteuer Andor and Der Feuerschild MP3 as text

Beitragvon Zweiklinge » 4. Juni 2017, 10:52

Hello BWT,
there is at least one other mp3. It is about one of the dark heroes. Just if you also want to translate this :)

Es war Abend, als Bran den Waldpfad entlangschlich. Leise setzte er einen Fuß vor den anderen. Denn im Wachsamen Wald herrschte Aufruhr. Riesen mit grellleuchtenden Augen und aschgrauer Haut waren in das Land Andor eingedrungen. Riesen, die eine geheime Hexenkunst beherrschten, die Tote auferstehen lassen konnte. Wie alle aus seiner Sippe fürchtete auch Bran die Riesen, jedoch hinderte es ihn nicht daran, auf die Jagd zu gehen. Sein Oberster hat es ihn gelehrt, hatte ihm beigebracht, wie man sich geräuschlos der Beute näherte und sie im Nu erlegte. Er war ein guter Jäger mit dem langen Messer in der kräftigen Hand. Die Herbstsonne war fast untergegangen und erhellte nur noch höhergelegene Astgabeln. Die Luft war kühl und still. Bran nahm einen seltsamen Geruch wahr, den er noch nicht einordnen konnte. Er spitzten die Ohren. Dann hörte er etwas. Ein Geräusch von Schritten im Laub, nur wenige Meter entfernt. Langsam drehte er seinen Kopf in die entsprechende Richtung, und da sah er sie: die Beute. Mit wenigen Schritten hatte er einen massigen Baumstamm erreicht und riskierte einen weiteren Blick. Er war unbemerkt geblieben. Es waren eine Frau und eine Kind. Vermutlich Bewahrer. Die beiden unterhielten sich lebhaft und hatten ihn nicht bemerkt. Bran ging in die Hocke und sein langer, stachelbewährter Schwanz raschelte leise im Laub. Er war nicht der größte Skral seines Stammes, aber einer der Schnellsten. Die grüngewandete Bewahrerin und das Kind hatten ihn nicht bemerkt. Es war fast zu einfach. Er spannte die Muskeln und sprang. Doch kaum war er in der Luft, prallte etwas seitlich gegen seinen Rumpf und schmetterte ihn an den Baumstamm. Das Kind schrie: „Skrale!“ Und die Bewahrerin packte es und rannte um Hilfe rufend fort. Goldene Herbstblätter segelten durch die Luft, als Bran sich erstaunt umsah. Im letzten Tageslicht sah er die Silhouette eines Skrals vor sich. „Was soll das?“ stammelte er in seiner tierischen Sprache, während er sich aufrappelte. „Was tust du, Bruder?“ „Ich bin dein Bruder nicht. Verschwinde aus diesem Wald“ sagte der fremde Skral. Doch als Bran die Augen zusammenkniff, erkannte er, dass etwas an diesem Skral nicht stimmte. Er trug Kleidung, ein grobes wollenes Wams, wie es die Fischer in Andor trugen. Und seine Augen. Das waren nicht die Augen einer Kreatur. Dies waren die verständigen Augen eines Menschen. Bran wurde schlecht. „Hallenlaskrala!“, keifte er in seiner Sprache und spuckte aus. Ein Halbskral, ein widernatürliches Ding stand hier vor ihm, halb Mensch, halb Skral. Bran keifte das Wort erneut und dann immer wieder, während er mit seinem Messer nach dem Ding schlug. Das Ding wich zurück und versuchte dabei mit einem Ast, die Schläge zu parieren. Doch schon bald hatte es Bran mehrfach erwischt. Schwarzes Blut tränkte bereits dessen Wams, als plötzlich etwas nur wenige Zentimeter von Brans Gesicht entfernt vorbeizischte. Instinktiv wandte er sich um. „Bewahrer!“. Der Skral brüllte auf, als ein zweiter Pfeil wie ein Blitz in sein Bein fuhr. Er musste fliehen. Bran sprang ins nahe Dickicht, machte eine Rolle und spurtete los. Der Pfeil in seinem Oberschenkel war dabei abgebrochen, doch er spürte ihn kaum und raste durchs Unterholz. Dann hörte er einen Aufschrei hinter sich und wandte sich um. Das Ding, der Halbskral war ebenfalls geflohen und nun hatte auch ihn ein grün gefiederter Pfeil erwischt. Recht so, dachte Bran und setzte seine Flucht fort. Er würde hungrig in sein Lager zurückkehren, doch wenigstens mit der Gewissheit, dass der Halbskral tot war.
„Halt!“, rief einer der Bogenschützen mit tiefer hallender Stimme. „Ich sagte, Halt! Befehl vom Obersten Priester. Wir verlassen den grünen Radius nicht.“ Einiges Gemurre war zu hören und dann erneut die tiefe Stimme des Bewahrers: „Kommt nicht in Frage. Dass der Oberste Priester selbst gefangen genommen wurde, spielt keine Rolle. Seine Befehle gelten auch weiterhin. Die Biester sind gerissen und die Krahder noch viel mehr. Wir lassen uns nicht ins Dunkel locken. Kommt, zurück ins Dorf.“ Die Stimmen wurden schwächer, als die Bewahrer die Verfolgung abbrachen. Bald konnte der Halbskral nur noch seinen eigenen, rasselnden Atem hören. Sein Name war Forn. Der Pfeil, der ihn getroffen hatte, steckte in seiner Schulter. Er würde ihn sobald als möglich herausziehen müssen, aber noch fehlte ihm dazu die Kraft. Langsam ließ er sich, an einen Baumstamm gelehnt, heruntersinken. Forn war zäh. Er sorgte sich nicht um sein Überleben. Das hatte er nie getan. Außerdem hatte er noch immer etwas von den Kräutern, die ihm die alte Reka gegeben hatte. Sie würden den Heilungsprozess begünstigen. Er verstand sich gut auf Kräuter. Nicht gerade üblich für einen Skral. Aber er war ja auch kein Skral. Zumindest nicht vollkommen. Über seine Herkunft wusste er nichts, und alle frühen Erinnerungen waren die eines Skrals. Er hatte keinen Stamm gehabt, sich allein durchgeschlagen und in seinen verworrenen Ereignissen aus jener Zeit, die sich einzig ums Fressen drehten, tauchten immer wieder Bilder von panischen Menschen auf. Und das ferne Echo gequälter Schreie. Gleichzeitig erinnerte er sich wage an Kämpfe mit Skralen und Gors. Den echten Kreaturen. Irgendwann hatte er, wieder mal auf der Suche nach Nahrung einer kleinen Gestalt aufgelauert. Und diese war keine leichte Beute gewesen. Es war die Hexe Reka, wie er bald erfuhr. Und sie wehrte ihn nicht nur ab, sie betäubte ihn mit irgendwelchen Pulvern und nach einiger Zeit lockte sie seine menschliche Seite ans Tageslicht. Es vergingen Jahre, die er an ihrer Seite verbrachte. Sie lehrte ihn die Sprache der Andori, lehrte ihn ihre Kräuterkunde, das Brauen von Tränken und Zubereiten von Salben. Das meiste vergas er wieder, denn es war nicht das Wissen, das ihn glücklich machte, sondern das Lernen an sich. Den Namen Forn hatte Reka ihn gegeben. Es hieß „scheu“ in der Sprache der Andori. Und scheu war er. Sie hatte zur Zurückhaltung geraten. Denn die Menschen fürchteten ihn nicht ohne Grund und die Kreaturen hassten ihn, weil er anders war. Reka konnte ihn nicht beschützen. Er musste sein Leben im Schatten führen, wenn er eines haben wollte. Doch gleichzeitig ermahnte sie ihn, seine besondere Gabe, seine Instinkte und Kraft in den Dienst des Guten zu stellen, des Friedens. Und das tat Forn seither. Abseits des Lichtes, um jene zu schützen, die des Schutzes bedurften. Alles, was man über ihn wusste, waren Gerüchte. Schattenskral nannten ihn manche. Lange Jahre hatte er sein Bestes getan. Er hatte wenig Hoffnung auf ein anderes Leben, ein Leben, das weniger einsam wäre. Doch eines Tages sah er etwas, dass sein Leben veränderte und etwas Hoffnung in ihm aufkeimen ließ. Er stand im Zwielicht eines langen Bergschattens und beobachtete eine Gruppe, die eine Meute von Kreaturen verfolgte. Er erkannte einen Krieger, zweifellos von der Rietburg und eine Bewahrerin aus dem Wachsamen Wald. Seltsames geschah hier, denn die Bewahrer verließen in jenen Tagen nie ihren Wald. Und begleitet wurden sie von einem Schildzwerg, was umso verwunderlicher war, denn Menschen und Schildzwerge waren seit langem verfeindet. Und dann, bei dem Anblick der Frau mit dem langen, leuchtenden Haar, dem hölzernen Stock, stockte Forn der Atem. Sie sagte Worte in einer fremden Sprache und es schien ihm, als verzauberte sie die Gegner. Eine Zauberin. Noch lange nachdem der Kampf vorbei war und die vier Helden weitergezogen waren, sah Forn ihnen nach. So unterschiedlich. So anders und doch kämpfen sie Seite an Seite.
Der Schmerz in seiner Schulter erinnerte ihn ans Hier und Jetzt. Als Forn nach oben blickte, leuchteten bereits die ersten Sterne am blauen Nachthimmel. Er lag noch immer an einen Baum gelehnt, das Blut an seinen Wunden war bereits geronnen. Gerade wollte er sich aufsetzen und sich dieses lästigen Pfeils entledigen, als er ein Schnaufen hörte. In der Dunkelheit vor ihm glühten zwei smaragdgrüne Augen. Er kannte diese Augen und er fürchtete den Wolf, dem sie gehörten. Ein unerhört großes Tier, alt und mächtig und magisch. Es war der Königswolf. Langsam kam das große Tier auf ihn zu, blieb stehen, und im selben Augenblick hörte Forn eine flüsternde Stimme in seinem Kopf.
Und so fand Lonas, der Königswolf, den zweiten dunklen Helden. Denn Chada hatte ihm ja aufgetragen, so viele tapfere Helden wie möglich zu finden, die sich dem Tross der Andori anschließen wollten. Forn hörte die Worte in seinem Kopf und begleitete Lonas. Noch in derselben Nacht erreichten sie den nördlichsten Teil des Wachsamen Waldes. Laut brandete das Hadrische Meer an die Küste und im Tosen der Wellen näherten sie sich einer kleinen Hütte. Doch ihre Bewohner erwarteten sie bereits.
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Re: Abenteuer Andor and Der Feuerschild MP3 as text

Beitragvon BWT » 5. Juni 2017, 10:47

Wow! Superb! Thank you very much! I will!

My word document with translation of everything from legenden-von-andor.de and abenteuer-andor.de is already 32 pages long 12 size font with pictures.

I think I can compose a German version also, if somebody is interested.

I made the back from blank legend cards and inserted all images from Story pages and from artworks with transparent borders.

It looks like this:

https://ibb.co/gB2VYF
https://ibb.co/bXiF0v
https://ibb.co/dGtF0v
https://ibb.co/hrAv0v
https://ibb.co/kaW2fv
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Re: Abenteuer Andor and Der Feuerschild MP3 as text

Beitragvon MarkusW » 5. Juni 2017, 15:12

:o


Wow!


Good Job. :)
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